UN: Millionen Menschen in Äthiopien brauchen humanitäre Hilfe

UN: Millionen Menschen in Äthiopien brauchen humanitäre Hilfe

Im vom Bürgerkrieg geplagten Norden Äthiopiens sind laut den Vereinten Nationen mehrere Millionen Menschen zusätzlich auf humanitäre Hilfe angewiesen. Insgesamt benötigten dort 9,4 Millionen Menschen Nahrungsmittelhilfe, teilte das UN-Welternährungsprogramm (WPF) am Freitag in Genf mit. Besonders in der Region Amhara müssten mehr Menschen als zuvor unterstützt werden. Die Zahl der aufgrund des Konflikts auf Hilfe angewiesenen Menschen schätzte die UN-Organisation bisher auf 5,4 Millionen Menschen.

Auslöser des Bürgerkriegs in Äthiopien war ein Streit zwischen der Zentralregierung und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) um die Macht in der nordäthiopischen Region Tigray. Seit Beginn des Krieges wurden Tausende Menschen getötet, Hunderttausende vertrieben. Zuletzt weitete sich der Konflikt auf weitere Teile des Landes aus. Hilfsorganisationen warnen vor einer Hungersnot, Menschenrechtler vor ethnischen Säuberungen, massiver sexualisierter Gewalt und einem Zerfall des Vielvölkerstaats Äthiopien.

Der äthiopischen Regierung, aber auch anderen Konfliktparteien, wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, die Lieferung von Hilfsgütern zu blockieren. Laut UN hungern bis zu 400.000 Männer, Frauen und Kinder in Tigray.