"Impfen eine Verpflichtung in Solidargemeinschaft"

Die westfälische Theologin Annette Kurschus

© epd-bild/Jens Schulze

Die westfälische Theologin Annette Kurschus ist trotz steigender Infektionszahlen zuversichtlich, dass Weihnachtsgottesdienste unter Pandemieauflagen gefeiert werden können.

Kurschus appelliert:
"Impfen eine Verpflichtung in Solidargemeinschaft"
Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, hat angesichts rasant steigender Infektionszahlen an ungeimpfte Menschen appelliert, sich gegen Corona impfen zu lassen.

Dies sei "keine individuelle Frage der Vorliebe oder des Für-sich-selbst-Entscheidens, sondern hier hat man eine Verpflichtung in einer Solidargemeinschaft von Menschen", sagte die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen am Samstag in Bielefeld auf der Abschluss-Pressekonferenz zur westfälischen Landessynode.

Wenn es zwingende Gründe geben, dass sich Menschen nicht impfen lassen könnten, habe sie dafür Verständnis, fügte die 58-jährige Theologin hinzu. "In allen anderen Fällen nicht, weil für mich in diesem Falle wirklich das solidarische Miteinander vor allen individuellen Befürchtungen und Besorgnissen geht."

Mit Blick auf Weihnachtsgottesdienste äußerte sich Kurschus trotz steigender Infektionszahlen zuversichtlich, dass diese unter Pandemieauflagen gefeiert werden können. Es sei inzwischen eine Vielfalt von Formen entwickelt worden, sagte sie: "Die Gemeinden sind jetzt trainiert darin und sind sehr fantasievoll und verantwortungsvoll dabei, ihre eigenen Strategien zu entwickeln." Wo dies gehe, könnten beispielsweise Gottesdienst unter freiem Himmel stattfinden. "Ich bin zuversichtlich, dieses Weihnachtsfest wird gefeiert werden", betonte die EKD-Ratschefin. "Sicher nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten, aber doch mit aller Freude."

Mehr zu Coronavirus, Impfungen
Christliche Tätigkeiten für die häusliche Quarantäne, die uns während der Corona-Pandemie in nächster Zeit guttun könnten.
Nikolaus hin, Nikolaus her: Meine Geduld ist am Ende, vor allem mit den Impfgegnern. Wir alle müssen mehr tun, als wir tun in dieser Zeit der Pandemie. Und mehr opfern. Sofort!