OECD: Deutlich weniger Migration in erstem Jahr der Corona-Pandemie

OECD: Deutlich weniger Migration in erstem Jahr der Corona-Pandemie

Im ersten Jahr der Corona-Pandemie ist die Migration in Industrienationen stark zurückgegangen. Das geht aus dem Internationalen Migrationsausblick 2021 der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, der am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach haben sich im Jahr 2020 etwa 3,7 Millionen Migrantinnen und Migranten dauerhaft in einem OECD-Mitgliedsland niedergelassen. Das sei ein Rückgang um mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 und der niedrigste Wert seit 2003.

Dem jährlich erscheinenden Bericht zufolge haben alle Formen von Migration stark abgenommen. So seien deutlich weniger Menschen in OECD-Länder gereist, um dort zu arbeiten, zu studieren oder mit ihrer Familie zusammenzuleben. Vergleichsweise gering war der Rückgang der Arbeitsmigration im Landwirtschaftssektor. In wichtige Zielländer wie die USA oder Polen seien sogar mehr Frauen und Männer gereist als im Vorjahr, um auf Bauernhöfen oder Agrarunternehmen auszuhelfen. Ursache des Rückgangs insgesamt seien die Grenzschließungen während der Pandemie.

Auch auf weltweite Fluchtbewegungen hat sich die Corona-Pandemie laut den Forscherinnen und Forscher ausgewirkt. Schutzsuchende hätten im Jahr 2020 insgesamt 830.000 Asylanträge in OECD-Ländern gestellt, 31 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Asylsuchenden kamen demnach aus Venezuela, gefolgt von Afghanistan und Syrien. Auch in den EU-Mitgliedsstaaten seien deutlich weniger Asylanträge gestellt worden als vor Beginn der Corona-Pandemie, heißt es in dem Bericht.

Im Internationalen Migrationsausblick untersucht die OECD jährlich Migrationsbewegungen und Migrationspolitik weltweit. Zu den 38 Mitgliedsländern der OECD gehören neben EU-Ländern unter anderem Australien, Kanada, Japan, Korea, Mexiko, die Türkei und die Vereinigten Staaten.