Behindertenbeauftragte ruft zu Dialog mit Hungerstreikendem auf

Behindertenbeauftragte ruft zu Dialog mit Hungerstreikendem auf

Die Brandenburger Behindertenbeauftragte Janny Armbruster hat im Zusammenhang mit dem Hungerstreik des Vorsitzenden des Landesgehörlosenverbandes die Parteien aufgerufen, dessen Forderung nach einer besseren Finanzierung von Gebärdendolmetschern aufzugreifen. "Ich bitte Sie, sich mit der Problematik, auf die Herr Helbing aufmerksam machen will, zu beschäftigen und mit ihm den Dialog vor Ort zu suchen", heißt es in einem Schreiben Armbrusters an die Landesvorstände von SPD, CDU, Grünen, Linken und Freien Wählern in Brandenburg, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt.

Sie gehe davon aus, dass dem langjährigen Verbandsvorsitzenden Steffen Helbing das Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Parteien "sehr wichtig ist", betonte Armbruster in dem Schreiben. Helbing hatte den Angaben zufolge zunächst seit dem 5. Oktober vor dem Bundestag protestiert, um eine bessere Finanzierung von Gebärdendolmetschern durchzusetzen. Seit dem 18. Oktober befinde er sich in einem Zelt vor dem Bundeskanzleramt im Hungerstreik, hieß es.

Die aktive Beteiligung am politischen, sozialen, ökonomischen und kulturellen Leben sei für Gehörlose nahezu ausgeschlossen, kritisierte Helbing. Es gebe in vielen Bereichen keinen klaren Rechtsanspruch auf Kostenübernahme für notwendige Dolmetschereinsätze. So stünden Gehörlose beispielsweise bei ehrenamtlichem Engagement stets vor der Frage der Übernahme der Finanzierung erforderlicher Kommunikationshilfen.