Expertin: Bäume pflanzen zur CO2-Kompensation ist Scheinlösung

Expertin: Bäume pflanzen zur CO2-Kompensation ist Scheinlösung

Das Pflanzen von Bäumen zur CO2-Kompensation ist nach Angaben der Entwicklungsexpertin Jutta Kill eine "Scheinlösung". Der Kompensationsweg schade immer dem Klima, sagte die Biologin und Beraterin dem Evangelischen Pressedienst (epd) vor dem Start des 26. UN-Klimagipfels in einer Woche . Ein Großteil der Konzerne strebe diesen Weg an, um den eigenen CO2-Ausstoß nicht reduzieren zu müssen. "Alle Berechnungen dazu sind bedeutungslose Zahlen auf Papier: Die Konzerne können sagen, sie seien klimaneutral und die Emissionen steigen weiter." Sie betonte: "Klimapolitisch ist das eine Katastrophe."

Kill wies darauf hin, dass die Kohlenstoffspeicherung kleiner Bäume, die neu gepflanzt sind, minimal sei. Und bei kommerziellen Plantagen würden die Bäume nach kurzer Zeit wieder abgeholzt. Oftmals werde überdies auf schnell wachsende Bäume wie Eukalyptus, Kiefer oder Akazie gesetzt. "Das wirkt sich wiederum ökologisch sehr stark aus: Eukalyptus zum Beispiel ist sehr durstig, was den Wasserspiegel von Bächen und Quellen oft deutlich absenkt."

Bei Großprojekten sei es sehr unwahrscheinlich, dass Kleinbauern und lokale Gemeinschaften die Nutznießer von Aufforstungen oder Renaturierungsprojekten seien, fügte sie hinzu. "Da auch völlig unklar ist, woher die Flächen zur Aufforstung kommen sollen, ist großflächiger Landraub vorprogrammiert."