Itzehoe: Stutthof-Prozess in Anwesenheit der Angeklagten fortgesetzt

Itzehoe: Stutthof-Prozess in Anwesenheit der Angeklagten fortgesetzt

Der Prozess gegen eine ehemalige Sekretärin des KZ Stutthof ist am Dienstag vor dem Landgericht Itzehoe in Anwesenheit der Angeklagten fortgesetzt worden. Staatsanwältin Maxi Wantzen verlas die Anklage gegen die 96-jährige Irmgard F. wegen Beihilfe zu mehr als 11.000 Fällen des Mordes und versuchten Mordes im Konzentrationslager Stutthof bei Danzig in der Zeit zwischen dem 1. Juni 1943 und dem 1. April 1945. Am ersten Verhandlungstag am 30. September war die Hauptverhandlung unterbrochen worden, da F. nicht vor Gericht erschienen war.

Die Angeklagte, die am Dienstag im Rollstuhl an ihren Platz geschoben und von einer Vertreterin des gerichtsmedizinischen Dienstes begleitet wurde, bestätigte lediglich die Angaben zu ihrer Person und äußerte sich ansonsten nicht.

Ihr Verteidiger Wolf Molkentin wies in einem Opening Statement darauf hin, dass Irmgard F. nicht die Schoah und die schrecklichen Taten aus der Anklageverlesung leugne. F. distanziere sich von der Mobilisierung in rechten Kreisen, die im Vorfeld des Prozesses stattgefunden habe. Sie trete lediglich dem Vorwurf entgegen, auch persönlich eine strafrechtliche Schuld auf sich geladen zu haben. Der nächste Verhandlungstag ist für den 26. Oktober angesetzt.