Antisemitismus-Vorwurf von Ofarim: Videos werden noch ausgewertet

Antisemitismus-Vorwurf von Ofarim: Videos werden noch ausgewertet

Knapp zwei Wochen nach einer mutmaßlich antisemitischen Beleidigung des Musiker Gil Ofarim in einem Leipziger Hotel dauern die Ermittlungen an. Medienberichte vom Wochenende über ein Überwachungsvideo aus der Hotel-Lobby, denen zufolge der Musiker möglicherweise keine Halskette mit Davidstern getragen hat, an der sich die Auseinandersetzung entzündet haben soll, bestätigte die Staatsanwaltschaft Leipzig nicht. Soweit Videos durch die Ermittlungsbehörden gesichert wurden, dauere deren Sichtung und Auswertung noch an, erklärte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz am Sonntag in Leipzig dem Evangelischen Pressedienst (epd).

"Eine vorherige Bewertung und Würdigung im Gesamtkontext der Ermittlungen" sei daher nicht möglich. Auch die sonstigen Untersuchungen dauerten noch an, so Schulz weiter. Angesichts der "hohen medialen Aufmerksamkeit" würden die Ermittlungen mit Hochdruck geführt, um den Sachverhalt vom 4. Oktober möglichst zeitnah aufzuklären.

Der 39-jährige Musiker und Sohn der israelischen Musiklegende Abi Ofarim (1937-2018) wurde an diesem Tag nach eigenen Angaben im Leipziger Westin Hotel von einem Mitarbeiter des Hotels aufgefordert, seine Halskette mit einem Davidstern einzupacken, um einchecken zu dürfen. Neben unterschiedlichen Sachverhaltsdarstellungen der Beteiligten gibt es den Angaben zufolge inzwischen auch wechselseitige Strafanzeigen sowie Strafanzeigen Dritter, zu denen die Staatsanwaltschaft ermittelt.