Angriffe auf Impfzentren vor allem in Bayern und Sachsen

Angriffe auf Impfzentren vor allem in Bayern und Sachsen

Seit Beginn der Impfungen gegen das Coronavirus gab es in nahezu allen Bundesländern Angriffe gegen Impfzentren oder Störungen von Impfaktionen, besonders viele in Bayern und Sachsen. Wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienst (epd) unter den Ministerien, Landeskriminalämtern und einer Kassenärztlichen Vereinigung ergab, handelte es sich dabei meistens um Sachbeschädigungen, vor allem Schmierereien. Es gab aber auch Drohungen, Beleidigungen, körperliche Angriffe und in Sachsen eine Brandstiftung. Die Angriffe gegen Impfzentren werden nicht einheitlich erfasst. Der Umfrage zufolge gab es bundesweit mindestens 190 polizeilich relevante Fälle, die im Zusammenhang mit Corona-Schutzimpfungen stehen.

In Bayern gab es nach Auskunft des dortigen Innenministeriums 56 Straftaten im Zusammenhang mit Impfzentren seit Dezember 2020, in Sachsen allein in diesem Jahr 54. Alle Bundesländer melden vor allem Sachbeschädigungen. Im Saarland wurde etwa aus dem Schriftzug "Impfzentrum" das Wort "Giftzentrum" gemacht. Es war dort allerdings auch der einzige Fall. Auch Bremen registrierte nur einen Fall. Die beiden Länder führen bei der Quote bislang verabreichter Corona-Schutzimpfungen. Hamburg meldete sogar, dass nichts "Gravierendes" im Zusammenhang mit Angriffen gegen Impfzentren oder -aktionen bekannt sei.

Während der bundesweiten Impfaktionswoche vom 13. bis 19. September gab es in mehreren Bundesländern auch Störungen von Impfaktionen. In Bayern und Hessen wurden Impfangebote an Schulen gestört. In Mecklenburg-Vorpommern forderten Störer einer Impfaktion in einem Bürgerhaus nach Angaben des Innenministeriums lautstark, sich nicht impfen zu lassen. Sie hätten das Haus verlassen, nachdem die Polizei alarmiert worden war, hieß es.