UN: Mehr als 350.000 Tote im Syrien-Krieg

UN: Mehr als 350.000 Tote im Syrien-Krieg

In Syrien sind seit Beginn des Bürgerkrieges vor mehr als zehn Jahren nach einer UN-Erfassung mindestens 350.209 Menschen getötet worden. Namen, Todesdaten und Sterbeorte dieser Opfer seien den Ermittlern bekannt, sagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, am Freitag in Genf.

Das Vorliegen dieser Daten sei Voraussetzung gewesen, um die Getöteten in die traurige Statistik aufzunehmen, sagte sie vor dem UN-Menschenrechtsrat. Da Namen, Todesdaten und Sterbeorte vieler Opfer jedoch unbekannt seien, sei die Zahl der tatsächlichen Getöteten weitaus höher. Zudem gelten laut der Hochkommissarin viele Menschen in Syrien als vermisst.

Unter den erfassten Toten befinden sich laut Bachelet 27.126 Kinder und 26.727 Frauen. Die Aufstellung umfasst den Zeitraum von März 2011 bis März 2021. Das letzte Mal hatte das Hochkommissariat 2014 Zahlen zu den Opern im Syrien--Konflikt veröffentlicht. Das Hochkommissariat sammelt die Daten im Auftrag des UN-Menschenrechtsrats.

Der Syrienkonflikt begann 2011 mit einem Volksaufstand gegen Präsident Baschar al-Assad. Rebellen und Terrorgruppen eroberten weite Teile des Landes. Mit Hilfe Russlands und des Irans gewann das Assad-Regime die meisten Gebiete zurück. Vor allem Im Nordwesten und Nordosten verschanzen sich weiter Rebellen und Terrormilzen.