UN-Generalsekretär ruft zum Kampf gegen den Hunger auf

UN-Generalsekretär ruft zum Kampf gegen den Hunger auf
Die Vereinten Nationen wollen den Hunger bis 2030 beenden. Der UN-Ernährungsgipfel soll dem Vorhaben neuen Schub geben. Doch die Zahl der Menschen, die nicht satt werden, steigt wieder.

UN-Generalsekretärs António Guterres hat zum globalen Kampf gegen den Hunger aufgerufen. Die Länder müssten eine Welt mit gesunden, nahrhaften und erschwinglichen Lebensmitteln für jeden und überall schaffen, sagte Guterres zum Auftakt des UN-Gipfels zur Ernährungssicherheit am Donnerstag in New York. Unter dem Eindruck des weltweit zunehmenden Hungers sagte Guterres, dass Essen Leben bedeute. Zu viele Menschen hätten keinen Zugang zu Lebensmitteln und hungerten.

Den Angaben nach haben weltweit mehr als 800 Millionen Kinder, Frauen und Männer nicht genug zu essen, etwa zehn Prozent der Weltbevölkerung. Der Klimawandel und die Corona-Pandemie verschärfen das Problem. Guterres forderte den Aufbau neuer, nachhaltiger Nahrungssysteme, die im Einklang mit der Natur stehen.

Der zweitägige Gipfel in New York soll laut den UN Strategien und Programme bündeln, um den Hunger auf der Erde bis 2030 zu beenden. Zivilgesellschaftliche Organisationen kritisierten, dass Agrarunternehmen beim Gipfel zu viel Gewicht eingeräumt werde.

An dem virtuellen Treffen nehmen Vertreterinnen und Vertreter von UN-Organisationen, Regierungen, Agrarunternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen teil. Die UN hatten die Teilnehmer im Vorfeld des Gipfels aufgerufen, Ideen für eine bessere Ernährung der Menschen einzureichen. Zur Eröffnung äußerten sich an der Vorbereitung des Gipfels beteiligte Aktivistinnen und Aktivisten, Regierungsmitglieder und internationale Organisationen in Videostatements.

Der Präsident der Weltbank, David Malpass, warnte in einer Videobotschaft, dass der Klimawandel, die Corona-Pandemie und Konflikte die Ernährung in vielen Ländern erschwerten. Der Generaldirektor der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Guy Rider, forderte bessere Arbeitsbedingungen für Arbeiterinnen und Arbeiter in der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie. In vielen Länder gebe es nur unzureichende Arbeitsschutzmaßnahmen und kaum gewerkschaftliche Rechte.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte, dass in der Pandemie 370 Millionen Kinder auf ihre Schulnahrung verzichten mussten. Viele Staaten hatten die Schulen geschlossen. Der Vizepräsident des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (Ifad), Dominik Ziller, forderte mehr Unterstützung für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. In Afrika produzierten sie etwa 80 Prozent der Lebensmittel für die Bevölkerung, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). Zugleich erhielten sie kaum finanzielle Hilfe zur Anpassung an den Klimawandel. Insgesamt brauche es pro Jahr bis zu 350 Milliarden Euro für die ländliche Entwicklung.

Die Beseitigung des Hungers ist eines der wichtigsten Nachhaltigkeitsziele der UN, die bis 2030 erreicht werden sollen. Die Landwirtschaftsorganisation Fian kritisierte die Einbindung von Agrarunternehmen und des Privatsektors. Die auf dem Gipfel diskutierten Lösungsansätze seien überwiegend markt- und profitorientiert. "Diese würden jedoch weder den Klimawandel eindämmen noch die Ernährungssicherheit der von Hunger und Mangelernährung betroffenen Menschen verbessern."