Nach Hungerstreik: Klimaaktivisten erheben Vorwürfe gegen die Politik

Nach Hungerstreik: Klimaaktivisten erheben Vorwürfe gegen die Politik

Nach dem Ende ihres Hungerstreiks im Berliner Regierungsviertel erheben Klimaaktivistinnen und -aktivisten schwere Vorwürfe gegen die Politik. Die Politiker und Politikerinnen seien nicht bereit, ehrlich über den wissenschaftlich belegten Klimakollaps zu reden, kritisierten sie am Donnerstag in Berlin. Stattdessen verfolgten sie ein "katastrophales Weiterso".

Mit dem mehr als dreiwöchigen Hungerstreik zwischen Reichstag und Kanzleramt habe man getestet, wie ernst die Politik es mit dem Kampf gegen die Klimakrise meine. "Und sie haben den Test nicht bestanden", erklärten die sechs Klimaaktivisten. Der Hungerstreik sei deshalb am Mittwoch beendet worden, weil es sich nicht lohne, dafür das Leben junger Menschen aufs Spiel zu setzen.

Ein siebter Aktivist will weiterstreiken und nun auch die Aufnahme von Flüssigkeit verweigern. Unterstützt wird er von einer Frau, die am Montag dazu gestoßen ist.

"Wir wollten mit dem Hungerstreik die Dramatik der Klimakrise deutlich machen", sagte einer der Aktivisten, die die Aktion beendet haben. Aber die Politik habe dieses Zeichen nicht verstanden. Von den Parteien, die am Sonntag in den Bundestag gewählt werden, fordern die Klimaschützer nun die Einsetzung eines Bürgerrats mit verbindlichen Entscheidungskompetenzen.

Mit dem am 30. August begonnenen Hungerstreik wollte die Gruppe ein öffentliches Gespräch mit den Kanzlerkandidaten und kandidatin Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) noch vor der Bundestagswahl erzwingen. Als Ultimatum setzten sie den Donnerstagabend. Diese waren aber nur zu nichtöffentlichen Einzelgesprächen nach der Wahl bereit.