OECD-Bericht: Klimahilfen für arme Länder unzureichend

OECD-Bericht: Klimahilfen für arme Länder unzureichend

Bei den versprochenen Klimahilfen für arme Länder hinken die Industriestaaten deutlich hinterher. Im Jahr 2019 flossen aus den reichen Staaten 79,6 Milliarden Dollar für Klimaschutz und Anpassung in in die Entwicklungsländer, zwei Prozent mehr als 2018, wie aus einem am Freitag in Paris veröffentlichen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervorgeht. OECD-Generalsekretär Mathias Corman erklärte, damit sei klar, dass die Industriestaaten von ihrem international zugesagten Ziel, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, weit entfernt seien. Offizielle Daten zu 2020 sollen erst kommendes Jahr vorgelegt werden.

Die geringe Zunahme der Mittel zwischen 2018 und 2019 sei enttäuschend, sagte Corman. "Es muss mehr getan werden", betonte er und würdigte die Bemühungen Deutschlands und Kanadas, zum kommenden Klimagipfel in November in Glasgow einen Plan zur weiteren Aufstockung der Mittel vorzulegen.

Dem Bericht zufolge kamen 2019 etwa 62,9 Milliarden Dollar an Klimahilfen aus den Haushalten der Industriestaaten, 14,6 Milliarden Dollar wurden aus privaten Quellen mobilisiert. Weitere 2,6 Milliarden Dollar wurden in Form von Exportkrediten bereitgestellt.

25 Prozent der Gelder wurden für die Anpassung an den Klimawandel ausgegeben, 65 Prozent für Maßnahmen zur CO2-Minderung und der Rest für bereichsübergreifende Maßnahmen, wie es weiter hieß. Mehr als die Hälfte der Mittel floss in Infrastruktur - etwa in Energie- und Transportprojekte -, die übrigen Gelder kamen hauptsächlich der Landwirtschaft und der "sozialen Infrastruktur" zugute, zu der zum Beispiel die Wasserversorgung gehört.

Der Kontinent, der die meisten Klimahilfen erhält, ist Asien. Dorthin flossen zwischen 2016 uns 2019 durchschnittlich 43 Prozent der Mittel, gefolgt von Afrika (26 Prozent) sowie Süd- und Mittelamerika (17 Prozent).