Impfskandal in Friesland: Entschädigung für Nachimpfung

Impfskandal in Friesland: Entschädigung für Nachimpfung
Im Frühjahr hatte in Niedersachsen eine Krankenschwester Kochsalz-Lösungen statt Corona-Impfstoff gespritzt. Möglicherweise sind mehr als 10.000 Menschen betroffen, die nun eine Aufwandsentschädigung für die Nachimpfung bekommen können.

Im Impfskandal im niedersächsischen Landkreis Friesland bieten das Land und der Landkreis den von einer Nachimpfung betroffenen Menschen auf Antrag eine finanzielle Aufwandsentschädigung an. Wer eine Nachimpfung erhalte, könne pauschal 35 Euro bekommen, teilte der Landkreis am Freitag auf seiner Website mit. Bei zwei Impfungen seien es 50 Euro. Insgesamt könnten 10.183 Personen einen Antrag stellen.

Über die Kreis-Website "www.friesland.de" können Antragsformulare für eine Aufwandsentschädigung ausgedruckt werden. In der kommenden Woche soll es auch ein Online-Formular geben. Die Kosten übernimmt das Land Niedersachsen, der Kreis zahlt das Geld aus.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatte eine Krankenschwester im April in mindestens sechs Fällen im Impfzentrum Schortens-Roffhausen Corona-Impfstoff gegen eine Kochsalzlösung ausgetauscht. Als Grund gab die examinierte Pflegekraft laut den Ermittlern an, dass ihr eine Ampulle mit dem Vakzin zerbrochen sei. Aus Furcht vor einer Entlassung habe sie dann die Spritzen lediglich mit Kochsalz aufgefüllt.

Später hieß es, die Ermittler könnten nicht ausschließen, dass die Frau bereits zuvor mehrfach ausschließlich Kochsalz verwendet habe. Deshalb müssten nun rund 10.000 Menschen nachgeimpft werden.

Das sei in Roffhausen mittlerweile bei mehr als 4.400 Personen geschehen, sagte eine Sprecherin des Landkreises am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Überdies seien schon 627 Viertimpfungen terminiert. Viele Menschen hätten sich auch in anderen Impfzentren und bei niedergelassenen Ärzten nachimpfen lassen. "Etwa 2.000 Personen haben sich noch nicht gemeldet", sagte die Specherin. Nach Angaben von Landrat Sven Ambrosy (SPD) sind etwa 10,3 Prozent der Gesamtbevölkerung und jeder siebte Geimpfte im Landkreis von dem Skandal betroffen.