Bundesumweltministerium: Bergwerk in Gorleben wird geschlossen

Bundesumweltministerium: Bergwerk in Gorleben wird geschlossen

Das über Jahrzehnte als Endlager für Atommüll erforschte Salzbergwerk in Gorleben soll offiziell geschlossen werden. Das habe das Bundesumweltministerium entschieden, teilte das Land Niedersachsen am Freitag in Hannover mit. "Das Kapitel Endlager Gorleben wird ab dem heutigen Tag geschlossen", sagte der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth. Atomkraftgegner sprachen von einem richtigen Schritt, der aber nicht ausreiche.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) wurde mit der Stilllegung beauftragt, bei der die Salzhalde wieder untertage gebracht werden soll. Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll war 2017 neu gestartet worden. Im vergangenen Herbst hatte die damit beauftragte BGE einen Zwischenbericht vorgelegt, demzufolge Gorleben im Wendland aus geologischen Gründen als Standort nicht geeignet ist. Dem folgte der Bund nun mit seiner Entscheidung.

Die BGE-Einschätzung hatten Atomkraftgegner vor Ort schon im vergangenen Jahr gefeiert. "Ich hoffe, dass im Wendland nun die Wunden heilen können, die der jahrzehntelange Streit um Gorleben gerissen hat", sagte Flasbarth. Aus dem Konflikt habe die Politik gelernt: "Am Ende muss gut nachvollziehbar sein, aus welchen Gründen ein Standort gewählt wurde." Die BGE hatte in ihrem Zwischenbericht mehr als 50 Prozent der Fläche Deutschlands als potenziell geeignet für ein Endlager ausgewiesen.

Der Sprecher der Anti-Atom-Organisation ".ausgestrahlt", Jochen Stay, kritisierte, die Entscheidung sei zwar begrüßenswert, reiche aber nicht aus: "Nötig ist auch ein Umgang mit den Problemen der Zwischenlager-Halle in Gorleben, die neben dem Bergwerk errichtet wurde und in der 113 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aufbewahrt werden." Die Lagerung dort sei nur bis zum Jahr 2034 genehmigt: "Bislang ist völlig ungelöst, was mit den Castor-Behältern danach passiert."