Deutschland spendet Astra-Zeneca komplett an Entwicklungsländer

Deutschland spendet Astra-Zeneca komplett an Entwicklungsländer
Deutschland spendet alle noch ausstehenden Impfstofflieferungen von Astra-Zeneca an die internationale Initiative Covax. Laut einem Kabinettsbeschluss von Anfang Juli will die Bundesregierung 30 Millionen Impfdosen abgeben.

Deutschland spendet ab sofort alle noch ausstehenden Impfstofflieferungen des britisch-schwedischen Herstellers Astra-Zeneca direkt an die internationale Initiative Covax, die Entwicklungsländer mit Vakzinen versorgt. In einem ersten Schritt würden 1,3 Millionen Dosen des Vakzins an Covax geliefert, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Damit wird ein Kabinettsbeschluss von Anfang Juli umgesetzt, mindestens 30 Millionen Impfdosen an Drittstaaten abzugeben.

Zuerst hatte das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" über den Start der Auslieferungen berichtet. "Es ist in unserem ureigenen nationalen Interesse, die Welt zu impfen. Denn diese Pandemie ist erst wirklich vorbei, wenn das Virus weltweit unter Kontrolle ist", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem RND.

Das Bundeskabinett hatte Anfang Juli beschlossen, mindestens 30 Millionen Impfdosen der Hersteller Astra-Zeneca und Johnson & Johnson an Drittstaaten abzugeben. 80 Prozent davon sollen der Initiative Covax zur Verfügung gestellt, der Rest bilateral abgegeben werden.

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) rief zu weiteren Spenden für ärmere Länder auf. "Wir sollten die Menge an Impfstoffspenden schrittweise erhöhen, damit dort medizinisches Personal und andere besonders gefährdete Gruppen viel schneller erreicht werden können", sagte Müller der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch). Zudem brauche es einen freiwilligen Technologietransfer, damit Entwicklungsländer selbst Vakzine produzieren könnten.