Bundesinnenministerium will Afghanistan-Abschiebung zeitnah nachholen

Bundesinnenministerium will Afghanistan-Abschiebung zeitnah nachholen

Ein am Dienstag abgesagter Abschiebeflug nach Afghanistan soll nach dem Willen des Bundesinnenministeriums "zeitnah" nachgeholt werden. Ein Ministeriumssprecher sagte am Mittwoch in Berlin, dass der Flug mit "sechs ausreisepflichtigen afghanischen Männern und Begleitpersonal der Bundespolizei" am späteren Dienstagabend in München hätte starten sollen.

Vor dem Abflug habe es aber Informationen über mehrere Detonationen in der afghanischen Hauptstadt Kabul gegeben. Es sei in dieser Situation unklar gewesen, ob die Übernahme der Männer reibungslos hätte funktionieren können. Die Afghanen waren nach Angaben des Ministeriums aus der Haft zum Flughafen gebracht und nach Verschiebung des Flugs wieder inhaftiert worden.

Die afghanische Regierung hatte die EU-Mitgliedsstaaten Mitte Juli aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage um einen Abschiebestopp gebeten. Diese Bitte stehe nach wie vor im Raum, sagte der Sprecher. Bei der am Dienstag geplanten Abschiebung habe es aber eine Kooperation mit den afghanischen Behörden gegeben. Der deutschen Seite sei es wichtig, dass Straftäter weiterhin abgeschoben werden könnten, fügte er hinzu.

In Afghanistan erobern die radikal-islamischen Taliban aktuell immer mehr Gebiete, die Zahl ziviler Opfer steigt dramatisch an.