Apell: Syrer sollen bei Vermisstensuche helfen

Apell: Syrer sollen bei Vermisstensuche helfen

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ruft in Deutschland lebende Syrerinnen und Syrer auf, bei der Suche ihrer vermissten Landsleute zu helfen. Fachleute der Internationalen Kommission für Vermisste Personen (ICMP) reisten vom 5. bis 20. August durch Deutschland, um Blutproben von Syrerinnen und Syrern zu entnehmen, wie die GfbV am Montag in Göttingen mitteilte. Die ICMP wolle die Daten von im syrischen Bürgerkrieg vermissten Menschen mit den DNA-Proben abgleichen. Ihre Identität lasse sich sonst nur schwer oder gar nicht nachweisen.

Das Team reist den Angaben zufolge nach Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Dortmund, Köln, Hannover, Frankfurt am Main, Stuttgart, München, Dresden, Leipzig und Rendsburg. Seit Beginn des zehnjährigen syrischen Bürgerkrieges habe die ICMP Daten von rund 21.000 Vermissten gesammelt, hieß es. Die hunderttausenden geflüchteten Syrerinnen und Syrer in Deutschland könnten daher entscheidend bei der Suche helfen und den Verbliebenen Gewissheit geben, ob Angehörige tot oder auf der Flucht seien.

Die ICMP mit Sitz in Den Haag wurde 1996 auf Initiative des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton im Zusammenhang mit dem Bosnien-Krieg gegründet. Sie versucht, in Folge von Bürgerkriegen und Naturkatastrophen vermisste Personen zu finden. Die Abgabe von Blutproben habe vor allem geholfen, als Betroffene kaum über Mobiltelefone kommunizieren konnten, erläuterte GfbV-Referent Kamal Sido. Die ICMP wird durch Regierungen unterstützt und finanziert sich durch Spenden und Zuschüsse verschiedener Länder, hieß es.