Hochwasseropfer erhalten bereits Bargeld als Soforthilfe

Hochwasseropfer erhalten bereits Bargeld als Soforthilfe
Die Spendenbereitschaft ist riesig: Zwei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe kommt nun bereits Bargeld bei den Betroffenen an. Die Hilfen können unkompliziert vor Ort beantragt werden, berichten Diakonie und Caritas.

Die christlichen Hilfswerke zahlen bereits Soforthilfen in bar an die Hochwasseropfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen aus. Um rasch Bargeld zu erhalten, könnten sich die Menschen bei einer diakonischen Einrichtung oder der Gemeinde vor Ort melden, sagte Helga Siemens-Weibring, Beauftragte für Sozialpolitik der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe, dem Evangelischen Pressedienst (epd). "Nachdem das Diakonische Werk das Geld überwiesen hat, können die Einrichtungen das Spendengeld so schnell wie möglich an die Betroffenen auszahlen." Auch die Caritas zahlt schon Hilfsgelder aus.

"Wir befinden uns in einer Phase der absoluten Not, in der schnell geholfen werden muss", sagte Siemens-Weibring dem epd. Deshalb könnten die Anträge auch ohne großen Aufwand "niedrigschwellig" gestellt werden. So geschehe die Bedürftigkeitsprüfung unbürokratisch vor Ort und sei momentan noch nicht umfassend. Manche Flutopfer hätten ihre gesamten Unterlagen verloren, benötigten aber dennoch Soforthilfen. "Bislang haben wir Soforthilfen in einem sechsstelligen Bereich ausgezahlt", erläuterte Siemens-Weibring. Pro Einrichtung seien 30.000 Euro zur Weitergabe an Bedürftige möglich, Haushalte könnten bis zu 1.500 Euro in bar erhalten.

Auch bei der Caritas können Flutopfer finanzielle Unterstützung erhalten. "Wir haben lokale Strukturen vor Ort und wir ermöglichen dann auch eine unkomplizierte und schnelle, kleine Bargeldhilfe", sagte Dariush Ghobad von Caritas International am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Da geht es um Beträge von 200, 300, 500 Euro, damit man Dinge, die einem verloren gegangen sind, ersetzen kann." Caritas International gehört neben der Diakonie Katastrophenhilfe, Unicef und dem Deutschen Roten Kreuz zum Aktionsbündnis Katastrophenhilfe. Ghobad erläuterte, aktuell stünden in den Hochwassergebieten vor allem die Versorgung mit Nahrungsmitteln, Strom und sauberem Wasser im Vordergrund.

Bei Caritas International sind nach Angaben des Diözesan-Caritasverbandes in NRW bis Mitte der Woche über 25 Millionen Euro Spenden eingegangen. Die ersten Gelder seien ausgezahlt, erklärte der Aachener Diözesan-Caritasdirektor Stephan Jentgens. Allein in seinem Verband seien bis Donnerstag bereits 100 Anträge eingegangen und rund 200.000 Euro ausgezahlt worden.

Dabei handelt es sich nicht nur um Bargeldhilfen. "Uns ist bewusst, dass das erst der Anfang ist", sagte Jentgens. Ebenfalls vom Hochwasser betroffen seien die Diözesen Essen, Köln und Paderborn. Die Caritas rechnet den Angaben zufolge mit einer Projektdauer von etwa zwei Jahren.

So unkompliziert wie derzeit wird die Weitergabe von Geldspenden an Betroffene laut Diakonie künftig nicht mehr möglich sein. Vereinfachte Anträge seien zunächst bis Ende Oktober möglich. "Sobald es nicht mehr um akute Nothilfe geht, sondern um den Wiederaufbau, werden wir jedoch aufwendiger prüfen müssen", betonte die Diakonie-Mitarbeiterin: "Das sind wir den Spendern schuldig." Auch die Caritas teilte mit, es werde notwendig bleiben, die Bedürftigkeit der Antragsteller angemessen zu prüfen.