Katastrophenschutzstab: "Gewisse Stabilität" in Rheinland-Pfalz

Katastrophenschutzstab: "Gewisse Stabilität" in Rheinland-Pfalz

Die Gesamtlage in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz erreicht nach den Worten des Leiters des Katastrophenschutzstabes, Thomas Linnertz, eine "gewisse Stabilität". Im Mittelpunkt stünden noch immer Aufräumarbeiten, sagte der Präsident der Aufsichts- und Dienstleitungsdirektion Rheinland-Pfalz am Donnerstag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Während die Lage etwa in Sinzig stabil sei, lägen zurzeit die Einsatzschwerpunkte in Bad Neuenahr-Ahrweiler und Altenahr.

In Bad Neunahr-Ahrweiler müsse die Trinkwasserversorgung noch zusätzlich durch Tanks sichergestellt werden, ebenso brauche es weiterhin die Versorgung mit Lebensmitteln und Mahlzeiten. Altenahr habe wiederum die schwersten Zerstörungen an privaten Häusern und Infrastruktur erfahren. Auch dort seien weiterhin Überwassertanks, eine Verteilung von Mahlzeiten sowie Stromgeneratoren nötig. "Ein Bundesland alleine, Rheinland-Pfalz alleine, hätte die Lage niemals in den Griff bekommen können", betonte Linnertz und dankte für die "riesige Unterstützung".

Insgesamt sind zurzeit laut Einsatzleiter Hans-Peter Plattner 5.974 Helfer vom Katastrophenschutz, Feuerwehr, Hilfsorganisationen, Technischem Hilfswerk (THW), Polizei und Bundeswehr im Einsatz - darunter 1.462 in Altenahr und 1.368 in Bad Neuenahr. Das THW kümmere sich beispielsweise um Räumungsarbeiten, zusammen mit der Feuerwehr um die Ölbekämpfung und Pioniere der Bundeswehr um Brücken, nachdem von 72 Brücken 62 zerstört seien. Spontanhelfer würden vor allem für Aufräumarbeiten zur Wiederherstellung der Infrastruktur benötigt. Diese sollten die Shuttles von den zentralen Sammelplätzen nutzen, um gezielt in die Einsatzbereiche zu kommen, betonte Plattner.

Die Polizei ist laut Polizeirat Florian Stadtfeld tagsüber mit rund 1.000 Kräften und acht Hubschraubern im Einsatz, 300 uniformierte Polizeibeamte seien nachts unterwegs. Neben Verkehrsmaßnahmen liege der Fokus auf Vermisstenverifizierung und Leichenidentifizierung. Von 134 Toten seien 80 identifiziert, 766 Menschen seien verletzt, 69 noch vermisst.

Stadtfeld appellierte zudem an die Bevölkerung sich nicht über beliebige Quellen in den sozialen Medien zu informieren. So lasse sich dort zurzeit die Fake News von angeblich 600 Kinderleichen finden. "Vertrauen Sie ausschließlich seriösen Quellen", mahnte er.