Innenminister Reul will nach Flutkatastrophe Warnsysteme verbessern

Innenminister Reul will nach Flutkatastrophe Warnsysteme verbessern

Als Konsequenz aus der Flutkatastrophe hat der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) Nachbesserungen bei den Warnsystemen angemahnt. Vor allem müsse die Ausstattung mit Sirenen verbessert werden, sagte Reul am Mittwoch in einer Sondersitzung des Innenausschusses im Düsseldorfer Landtag. Aber auch das handygestützte Warnsystem Cell Broadcast, das im Ausland weit verbreitet ist, müsse nun zügig in Deutschland eingeführt werden.

Landesweit sind nach Angaben des Ministers derzeit 38 Kommunen ohne Sirenenanlagen. Der bundesweite Abbau von Sirenen sei nach Ende des Kalten Krieges gekommen: "Alle haben geglaubt, das brauchen wir nicht mehr." Dass Sirenen auch für nicht-militärische Katastrophenlagen wichtig sein könnten, habe niemand "auf dem Schirm" gehabt, sagte Reul. Nun müsse die Öffentlichkeit wieder stärker für diesen Alarm sensibilisiert werden: "Was nützen uns Sirenen, wenn keiner darauf reagiert oder keiner weiß, was zu machen ist?"

Reul mahnte mit Blick auf die Gefahren von Sturzfluten insbesondere kürzere Vorwarnzeiten an. Lokale Unwetterereignisse machten es extrem schwer, gezielte Vorbereitungen zu treffen: "Daran müssen wir arbeiten." Er schlug vor, dem Deutschen Wetterdienst (DWD) für Warnungen einer drohenden Notlage direkt auf den Rundfunk Zugriff zu gewähren. Nach seinen Angaben sind in Nordrhein-Westfalen bei der Flutkatastrophe 47 Menschen ums Leben gekommen, darunter vier Angehörige der Feuerwehr. "Das Sturmtief war die größte Katastrophe in der Geschichte unseres Landes", sagte der Minister.