Mehr traumatisierte Bundeswehrsoldaten

Mehr traumatisierte Bundeswehrsoldaten
Jahr für Jahr kehren deutsche Soldatinnen und Soldaten mit psychischen Störungen von Auslandseinsätzen zurück. Die Gesamtzahl der Behandlungen steigt.

Die Zahl der traumatisierten Soldatinnen und Soldaten in der Bundeswehr steigt kontinuierlich. Wurden im Jahr 2013 noch 602 Bundeswehrangehörige wegen einsatzbedingter psychischer Störungen behandelt, so waren es im vergangenen Jahr 1.116, wie aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Für die ersten fünf Monate des laufenden Jahres nennt das Ministerium die Zahl 762.

Zuerst hatte das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Samstag) über die Statistik zu traumatisierten deutschen Soldatinnen und Soldaten berichtet. Aus der Aufstellung geht hervor, dass die Zahl der Erstdiagnosen pro Jahr schwankt zwischen 389 im Jahr 2011 und 274 im Jahr 2017. 2020 wurden 301 einsatzbedingte psychische Störungen festgestellt.

Der Verteidigungsexperte der Linksfraktion, Matthias Höhn, sagte: "Jahr für Jahr steigt die Anzahl traumatisierter Soldatinnen und Soldaten. Auch diese bedrückende Wahrheit gehört zur Bilanz der Einsätze in Afghanistan und anderswo." Darüber müsse öffentlich gesprochen werden. Vor allem hätten die Bundeswehrangehörigen einen Anspruch darauf, dass Bundesregierung und Bundestag den Sinn von Auslandseinsätzen genau überprüfen.