Sierra Leone schafft Todesstrafe ab

Sierra Leone schafft Todesstrafe ab

Sierra Leone hat die Todesstrafe abgeschafft. Das teilte der Präsident des westafrikanischen Landes, Julius Maada Bio, am Freitagabend auf Twitter mit. Das Parlament verabschiedete einstimmig eine Gesetzesänderung, mit der die Todesstrafe aus dem Strafgesetzbuch gestrichen wird. In dem westafrikanischen Land waren seit mehr als zehn Jahren keine Todesurteile mehr vollstreckt worden, zuletzt stieg jedoch die Zahl der zum Tode verurteilten Menschen.

Für bestimmte Verbrechen wie Mord, Hochverrat und Meuterei war die Todesstrafe in Sierra Leone bisher vorgeschrieben. Im vergangenen Jahr waren laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International 39 Menschen zum Tode verurteilt worden. Insgesamt lag die Zahl der zum Tode Verurteilten Ende 2020 demnach bei 94. Das neue Gesetz sieht eine lebenslange Haftstrafe für Verbrechen vor, die bisher mit dem Tod bestraft wurden, wie die Parlamentsverwaltung mitteilte.

Die Menschenrechtskommission von Sierra Leone begrüßte die Entscheidung des Parlaments und erklärte am Freitagabend auf Facebook, die Abschaffung der Todesstrafe sei ein großer Schritt, um den Wert eines Menschenlebens zu schützen. Amnesty zufolge haben 21 Staaten in Subsahara-Afrika die Todesstrafe abgeschafft, jüngst im vergangenen Jahr das westafrikanische Land Tschad.