Kirchlicher Umweltexperte will mehr Klimaschutz

Umweltexperte und Theologe Klaus Breyer , Archivbild 2015.

©epd-bild/Norbert Neetz

Umweltexperte und Theologe Klaus Breyer hält ein kurzfristiges Umsteuern beim Klimaschutz für nötig. Nur so könnten katastrophalere Auswirkungen noch verhindert werden.

Hochwasser-Katastrophe
Kirchlicher Umweltexperte will mehr Klimaschutz
Der Umweltexperte und Theologe Klaus Breyer fordert angesichts der Unwetterfolgen mehr Anstrengungen für den Klimaschutz.

"Die Klimaszenarien der letzten Jahre werden auf entsetzliche Weise durch die Häufungen an Extremwetterereignissen bestätigt", sagte der Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft in Schwerte dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dazu zählten ebenso der Starkregen wie auch Dürren. "Das zeigt, dass wir Klimaschutz und die Anpassung an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel deutlich verbessern müssen", sagte Breyer.

Das wichtige Limit von 1,5 Grad Celsius des Pariser Klimaabkommens sei durch eine ambitionierte Transformationspolitik noch erreichbar, sagte der Leiter des Instituts der westfälischen Kirche. "Das Umsteuern muss jedoch unmittelbar, das heißt innerhalb dieses Jahrzehnts sehr kurzfristig und konsequent erfolgen", mahnte Breyer. Dadurch ließen sich sehr wahrscheinlich noch katastrophalere Risiken des Klimawandels vermeiden. "Vor uns liegen somit entscheidende Jahre", unterstrich der Theologe.

Besonders im Fokus sei hierbei Nordrhein-Westfalen, das als Energieland mit seinem bedeutenden industriellen Kern, seiner komplexen Infrastruktur und einer großen urbanen Dichte Prüfstand für Klimaschutz in Deutschland sei. Erfolgreicher Klimaschutz müsse sich in Nordrhein-Westfalen bewähren. Soziale Spaltungen und wirtschaftliche Strukturbrüche müssten dabei vermieden werden.

Von entscheidender Bedeutung werde dabei sein, die konjunkturellen Förderprogramme zur Überwindung der Corona-Pandemie mit Zielen einer nachhaltigen Entwicklung zu verknüpfen, sagte Breyer weiter. Die deutliche Verschärfung der EU-Klimaziele auf 55 Prozent der Reduktion der CO2-Emissionen auf der Basis von 1990 sei ein wichtiger Schritt und lasse hoffen.

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