Umweltverband: Offshore-Windenergie nur bis 15 Gigawatt

Umweltverband: Offshore-Windenergie nur bis 15 Gigawatt

Der Ausbau der Windenergie vor den deutschen Küsten muss nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) naturverträglich geschehen. Ein Ausbau auf eine installierte Leistung von 15 Gigawatt in den kommenden zehn Jahren sei vertretbar, damit der Meeresschutz bei der Energiewende ausreichend berücksichtigt werde, erklärte der Umweltverband am Mittwoch in Hannover. Saubere, gesunde und artenreiche Meere seien für den Klimaschutz unverzichtbar, saubere und regenerative Energie zur Begrenzung des Klimawandels notwendig, sagte der BUND-Vorsitzende Olaf Bandt. Offshore-Windenergie müsse beiden Zielen ausgewogen dienen. Nur so lasse sich die biologische Vielfalt der Küstenregionen erhalten.

Die Nord- und Ostsee sind dem BUND zufolge in keinem guten Zustand. Die Belastung in den Meeres- und Küstenökosystemen müsse verringert werden. "Die Offshore-Windenergie darf einmalige Meeresschutzgebiete und Küsten-Nationalparks wie den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer nicht noch weiter belasten", sagte der niedersächsische BUND-Vorsitzende Heiner Baumgarten.

Durch die Offshore-Windenergie würden Schifffahrt, militärische Übungsgebiete und Rohstoffgewinnung in die Meeresschutzgebiete gedrängt, hieß es. See- und Zugvögel sowie Schweinswale verlören dadurch ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgebiete. Auch wenn Offshore-Windparks nur bis an die Grenzen der Schutzgebiete errichtet würden, wirkten sie dennoch in sie hinein. Die Schutzgebiete würden dadurch faktisch verkleinert. Die jahrelangen Ausbautätigkeiten und Kabelverlegungsarbeiten könnten Tiere dauerhaft stören und vertreiben. Zudem veränderten Offshore-Windanlagen unter anderem die Wassertemperatur und den Salzgehalt im Meer.

Der Sprecher des BUND-Bundesarbeitskreises Energie, Werner Neumann, erklärte, dezentrale Bürgerenergie könne einen geringeren Ausbau bei der Windenergie kompensieren: "Regional erzeugter Strom aus Wind und Sonne ist dreimal günstiger als Offshore-Strom inklusive der Transportkosten."