Papst will Ende der Wegwerfphilosophie in Ökonomie und Gesellschaft

Papst will Ende der Wegwerfphilosophie in Ökonomie und Gesellschaft

Papst Franziskus hat die Überwindung der herrschenden "Wegwerfphilosophie" in Wirtschaft und Gesellschaft gefordert. Vielmehr müssten die Menschen eine neue "Solidaritätskultur" zum Wohle aller aufbauen, forderte Franziskus am Donnerstag per Video auf dem Weltarbeitsgipfel in Genf.

Selbst Menschen würden als Wegwerfobjekte missbraucht, kritisierte der Papst. Das Gesetz des Stärksten, der den Schwächsten auffrisst, dürfe keine Gültigkeit mehr haben. Die Corona-Pandemie habe die Schutzbedürftigsten am Schlimmsten getroffen, hielt das Oberhaupt der katholischen Kirche fest.

Der Papst verwies auf Geringqualifizierte, Tagelöhner, Wanderarbeiter, Migranten und Flüchtlinge, die keine Rechte hätten und von sozialen Schutzsystemen ausgeschlossen seien. Sie müssten gefährliche, dreckige und herablassende Arbeit verrichten. Gleichzeitig seien das Streben nach Gewinn und blinde Konsumwut die Triebfedern der Gesellschaft.

Franziskus verlangte, dass in einer Kultur der Solidarität die "zerstörerische" Auswirkung des Geldes aufgehoben werden müsse. Die Fürsorge müsse ein zentrales Element der Wirtschaft sein. So solle es es eine Fürsorge für die Schwachen aber auch für die Schöpfung geben. Den kommenden Generationen müsse eine nachhaltige Zukunft gesichert werden.

Der Papst verlangte zudem eine Stärkung der Rolle der Frauen, sie sehnten sich nach Gleichberechtigung. Viele von ihnen hätten noch immer keinen Zugang zu Führungspositionen.

Auf der Konferenz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sollte auch US-Präsident Joe Biden sprechen. Das Online-Treffen wurde jedoch zeitweise aufgrund technischer Probleme unterbrochen. Die ILO gehört zu den Vereinten Nationen.