KD-Bank: Nachhaltige Geldanlagen sind Wachstumstreiber

KD-Bank: Nachhaltige Geldanlagen sind Wachstumstreiber
Kirchenbank sieht sich trotz Corona-Krise stabil auf Kurs
Die KD-Bank verzeichnet für 2020 trotz der Corona-Krise kräftige Steigerungen bei Jahresüberschuss und Bilanzsumme. Vorstandschef Thiesler führt das auch auf eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Investments zurück.

Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) sieht sich trotz der Folgen der Corona-Krise für die Wirtschaft weiterhin auf einem guten Kurs. Für das laufende Geschäftsjahr geht das Kreditinstitut mit Sitz in Dortmund von einer gegenüber 2020 "stetigen Entwicklung" aus, wie der Vorstandsvorsitzende Ekkehard Thiesler am Mittwoch auf der Generalversammlung berichtete.

Als Wachstumstreiber macht Thiesler vor allem das Geschäft mit nachhaltigen Geldanlagen aus, die "stärker denn je" nachgefragt würden und zukunftsfähiger als andere Investments seien. Allein in Deutschland habe sich die Anzahl nachhaltiger Fonds seit Jahresanfang verdoppelt. Die KD-Bank sieht sich in diesem Anlagesegment als Vorreiter, der "immer mehr" gehört werde: "Bei uns ist Nachhaltigkeit keine Marketingstrategie, sondern Bestandteil unserer DNA. Wir treten mit unserem gesamten Bankgeschäft für die Bewahrung der Schöpfung ein."

Für die Gestaltung einer nachhaltigen und besseren Zukunft komme dem gesamten Finanzmarkt mit seinen Entscheidungen große Bedeutung zu, machte Thiesler deutlich. Bei allen Investitionsentscheidungen sollten Kapitalanleger an künftige Generationen denken und sich die Frage stellen, was sie für eine bessere Zukunft tun könnten: "Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Sie müssen aber auch eine haben."

Vor diesem Hintergrund ging die KD-Bank jüngst in Kooperation mit der Kindernothilfe neue Wege und legte den sogenannten Kinderzukunftsfonds auf. Er ist den Angaben zufolge der erste deutsche Publikumsfonds, der bei der Auswahl der Investitionen neben einer nachhaltigen Unternehmenskultur auch auf die Achtung der Rechte von Kindern achtet. Ausschlusskriterien sind nachweisliche Kinderarbeit, Menschen- und Arbeitsrechtsverletzungen sowie Umweltzerstörung. Der Schwerpunkt der Investitionen liegt auf Unternehmen, die Bedingungen für eine bessere Zukunft von Kindern schaffen.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr 2020 konnte die KD-Bank ihre Bilanzsumme um 17 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro verbessern. Für 2021 wird erneut ein kräftiges Plus von 16 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro erwartet. Im Kreditgeschäft sagte das Institut 2020 neue Darlehen in Höhe von 2,2 Milliarden Euro zu - 15 Prozent mehr als 2019. In diesem Jahr wird ein Anstieg um neun Prozent auf 2,4 Milliarden Euro erwartet. Finanziert wurden unter anderem Projekte für bezahlbaren Wohnraum, Einrichtungen für ältere Menschen und Gesundheit. Der Jahresüberschuss legte 2020 um 7,4 Prozent auf 9,9 Millionen Euro zu.

Die KD-Bank ist eine Genossenschaftsbank und gehört Kirche und Diakonie. Mit rund 4.200 Mitgliedern zählt sie nach eigenen Angaben zu den größten Kirchenbanken Deutschlands. Repräsentanten aus Kirche und Diakonie wirken im Aufsichtsrat und Beirat mit. Zu den Kunden gehören die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) mit ihren Landeskirchen, kirchliche Einrichtungen, Stiftungen und Freikirchen. Hinzu kommen soziale Unternehmen wie Krankenhäuser, Hospize, Pflegedienste, Behindertenwerkstätten und Kindertagesstätten. Aus dem Bilanzgewinn in Höhe des Jahresüberschusses gab es für 2020 eine Ausschüttung von 2,1 Millionen Euro an die Teilhaber.