Creditreform: Corona-Pandemie reißt Löcher in private Budgets

Creditreform: Corona-Pandemie reißt Löcher in private Budgets

Die Corona-Pandemie hinterlässt offenbar tiefe Spuren in den Budgets deutscher Haushalte. Laut einer repräsentativen Umfrage beklagten fast 40 Prozent der Verbraucher, dass sie wegen der Pandemie weniger Geld zur Verfügung hätten, teilte die Unternehmensgruppe Creditreform am Dienstag in Neuss mit. Von finanziellen Einbußen berichteten den Angaben zufolge vor allem Kurzarbeiter, Minijobber und Solo-Selbstständige. Für die Umfrage wurden bundesweit mehr als 1.000 Verbraucher im Alter zwischen 18 und 69 Jahren befragt.

Laut der Erhebung hatten damit Ende April 16,4 Millionen Haushalte weniger Geld zur Verfügung. "Das waren rund 1,7 Millionen mehr als bei unserer vorangegangenen Befragung im Oktober 2020", sagte der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Neben Geringverdienern spürten immer häufiger auch Normalverdiener die Folgen der Corona-Krise, hieß es. Hauptauslöser für Einkommenseinbußen seien Kurzarbeit und der Verlust des Minijobs. Gleich dahinter nannten die Befragten Probleme mit einer selbstständigen Tätigkeit und Arbeitslosigkeit.

Fast jeder dritte Befragte befürchtete, in den kommenden zwölf Monaten Verbindlichkeiten des eigenen Haushalts nicht bezahlen zu können. Hierzu gehörten vor allem Kosten für Strom und Heizung, dringende und notwendige Anschaffungen für Haus oder Wohnung sowie Mietkosten.

Zugleich habe die Corona-Krise viele Verbraucher veranlasst, regelmäßig Geld zur Seite zu legen. "Der Anteil regelmäßiger Sparer ist im April 2021 auf den höchsten Stand seit Beginn unserer Umfragen im Oktober 2010 gestiegen", erklärte der Geschäftsführer der Creditreform Boniversum GmbH, Stephan Vila. Je nach persönlicher Einkommenssituation schwanke der Anteil der regelmäßigen Sparer zwischen 20 Prozent bei Geringverdienern und mehr als 60 Prozent bei Gutverdienenden.