Marian Turski neuer Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees

Marian Turski neuer Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees

Der Warschauer Journalist und KZ-Überlebende Marian Turski ist neuer Präsident des Internationalen Auschwitz Komitees (IAK). Der 94-Jährige ist Nachfolger des am 21. Mai in New York gestorbenen bisherigen Präsidenten Roman Kent, wie das Auschwitz Komitee am Montag in Berlin mitteilte. Demnach wählten die Mitglieder des IAK-Präsidiums den polnisch-jüdischen Auschwitz-Überlebenden zu ihrem neuen Präsidenten.

Turski erklärte, die Überlebenden von Auschwitz gehörten zu einer Generation, "die sich mit Schrecken daran erinnert, wie Deutschland und Europa von Diktaturen oder autoritären Regimen durchsetzt waren und wohin dies geführt hat". Es gebe heute nicht nur in Europa "hasserfüllte Entwicklungen", die an diese Zeiten erinnerten: "Gerade deswegen müssen wir, die Überlebenden von Auschwitz und das Internationale Auschwitz Komitee, weiterhin laut und deutlich in der Welt zu hören sein", betonte Turski.

Der neue IAK-Präsident war den Angaben zufolge mit seiner Familie seit 1942 im Ghetto von Lodz inhaftiert, bevor er im August 1944 nach Auschwitz deportiert wurde. Mit einem der "Todesmärsche" der SS im Januar 1945 gelangte er von Auschwitz aus über das KZ Buchenwald in das KZ Theresienstadt. Dort wurde er am 8. Mai 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit.

Turski ist den Angaben zufolge auch Vorsitzender des Jüdisch Historischen Instituts in Warschau und einer der Mitbegründer des Museums der Geschichte der polnischen Juden "POLIN" in Warschau. Er engagiert sich auch im Internationalen Auschwitz Rat, der die polnische Regierung in Angelegenheiten der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau beraten soll.