Aufholen und austoben - das Corona-Aufholpaket startet

Aufholen und austoben - das Corona-Aufholpaket startet
Die zusätzlichen Freizeit-, Sport- und Ferienangebote für Kinder und Jugendliche aus dem Corona-Aufholpaket sollen sich nach dem Willen des Familienministeriums möglichst schon in den Sommerferien auswirken.

Berlin (epd). Das Corona-Aufholpaket der Bundesregierung für Kinder und Jugendliche nimmt konkrete Formen an. Familien-Staatssekretärin Juliane Seifert sagte am Montag in Berlin, die Umsetzung in kurzer Zeit sei "eine Herausforderung". Erste zusätzliche Angebote werde es aber schon in den Sommerferien geben. Das Bundesprogramm im Umfang von zwei Milliarden Euro, das bis Ende 2022 laufen wird, soll Kindern und Jugendlichen helfen, die Folgen der Corona-Einschränkungen zu überwinden. Jeweils eine Milliarde Euro wird aus dem Etat des Familien- und des Bildungsministeriums finanziert.

Aus dem Budget des Familienministeriums werden die Förderung von Kleinkindern, mehr Freizeit-, Sport- und Ferienangebote und die Begleitung von Kindern und Jugendlichen zurück in einen normalen Alltag finanziert. 220 Millionen Euro gibt es etwa für zusätzliche Schulsozialarbeiter und Freiwilligendienstleistende an Schulen. Für die Nachhilfeprogramme zum Aufholen von Lernstoff ist das Bildungsministerium zuständig.

100 Millionen Euro gehen in die Förderung von Sprach-Kitas für 1.000 zusätzliche Fachkräfte. In diesen Einrichtungen wird mehr Zeit in die Sprachförderung investiert als üblich, um die Chancen benachteiligter Kinder auf eine gute Schulbildung zu erhöhen.

Um mehr Freizeit-, Musik- und Sportangebote machen zu können, arbeite man mit den zahlreichen Kinder- und Jugendverbänden, den Pfadfindern, Musikschulen und der Sportjugend eng zusammen, sagte Seifert. Die Länder wollen laut Bundesfamilienministerium von den Sommerferien an mit zusätzlichen Angeboten für Freizeiten, Sport und Jugendaustausch dabei sein. Sie erhalten dafür vom Bund 70 Millionen Euro.

Verbilligter Urlaub für bedürftige Familien wird Seifert zufolge erst ab Herbst dieses Jahres möglich sein. 50 Millionen Euro stellt der Bund bereit, um den Preis eines einwöchigen Urlaubs in einer Familienferienstätte um 90 Prozent zu senken. Die Familien zahlen nur zehn Prozent selbst, die Träger bekommen den Ausfall erstattet.

Ab August können bedürftige Familien einmalig mit 100 Euro extra pro Kind rechnen. Die Auszahlung erfolge automatisch, sagte Seifert. Der Bonus steht Familien zu, die von Hartz-IV- oder Asylbewerberleistungen leben, die den Kinderzuschlag erhalten und/oder Wohngeld bekommen. Eltern, die nur Wohngeld aber keine andere Unterstützung beziehen sowie Familien, die von Sozialhilfe leben, müssen für den Bonus einen formlosen Antrag bei der Familienkasse stellen, hieß es.