Amnesty ruft zu Corona-Hilfe für Nepal auf

Amnesty ruft zu Corona-Hilfe für Nepal auf

Im Schatten der Corona-Tragödie beim großen Nachbarn Indien hat sich die Gesundheitskrise in Nepal laut Amnesty International dramatisch zugespitzt. Derzeit sei Nepal in derselben verzweifelten Lage, wie sie zuletzt in Indien zu beobachten gewesen sei, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag. Das Gesundheitssystem des südasiatischen Landes stehe vor dem Zusammenbruch, die Krankenhäuser seien am Limit, es fehle am Nötigsten.

Um jetzt Tausende Leben zu retten, müssten die Behörden dringend Sauerstoff beschaffen und bereitstellen, sagte Yamini Mishra, Amnesty-Direktorin für die Asien-Pazifik-Region. Bürokratischer Zwist und Untätigkeiten hätten dies bislang verzögert. Darüberhinaus sei es dringend nötig, dass die internationale Gemeinschaft Sauerstoff, Beatmungsgeräte und andere lebensrettenden Produkte zur Verfügung stelle. Auch die Impfstoffe seien viel zu knapp, mahnte Amnesty.

Nepal verzeichne derzeit eine der weltweit höchsten Infektionsraten, in den vergangenen Monaten habe sich Covid-19 rasant schnell ausgebreitet. Bislang wurden in dem Land mit etwa 29 Millionen Einwohnern laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 600.000 Infektionen und 8.366 Corona-Tote gemeldet. Die Dunkelziffer dürfte Experten zufolge aber deutlich höher sein. Laut Amnesty geht das Gesundheitsforschungsinstitut IHME an der Universität Washington von rund 35.000 Corona-Toten in Nepal bis Ende August aus.