Brasilien: Menschenrechtler fürchten um Leben indigener Aktivisten

Brasilien: Menschenrechtler fürchten um Leben indigener Aktivisten

Die Gesellschaft für bedrohte Völker ist besorgt über die Todesdrohungen gegen eine Menschenrechts-Aktivistin in Brasilien. Leila Rocha, Anführerin der Guarani Kaiowá, widersetze sich seit Jahren Übergriffen durch die Agrarwirtschaft in der Gemeinde Japorã im brasilianischen Bundestaat Mato Grosso do Sul, teilte die Organisation am Sonntag in Göttingen mit. Wer sich diesem Treiben widersetze, begebe sich in Lebensgefahr, wie die zunehmenden Gewalttaten gegen indigene Führungspersonen zeigten.

"Internationale Öffentlichkeit kann zu einem besseren Schutz für Menschen wie Leila Rocha beitragen", sagte Fachreferentin Regina Sonk. Lokale Führungspersonen wie sie seien das Kernstück der indigenen Bewegung Brasiliens. "Dass Indigene für ihre Territorien kämpfen, ist ihr Recht, verankert in internationalen Rechtstexten und in der brasilianischen Verfassung. Trotzdem müssen sie stetig um ihr Leben fürchten."

Das sei Teil einer Strategie, die die Regierung Bolsonaro seit ihrer Amtsübernahme verfolge. Die indigenen Völker Brasiliens stünden unter dem Druck einer offen indigenen-feindlichen Regierung, die die Vereinnahmung von Land und Gemeingütern durch Großkonzerne unterstütze. "Behörden zum Schutz der Umwelt und der Indigenen werden entmachtet, Landrechte verweigert, Umweltverbrechen und Straftaten gegen Indigene nicht verfolgt", erläuterte Sonk. "Das ermutigt die Täter, Invasionen nehmen zu und mit ihnen die Gewalt."

Einem Bericht des katholischen Indigenen-Pastoralnetzwerkes CIMI zufolge habe es alleine im Jahr 2019 in Mato Grosso do Sul 40 Morde an Indigenen gegeben. Sonk: "Die Guarani Kaiowá kämpfen gegen die Verdrängung durch die Sojabarone und die Übergriffe der Bundespolizei. Mit ihrem Territorium verteidigen sie die letzten noch intakten Wälder und Flüsse in der Region."