Dormagener Pastor führt Protestmarsch mit 60 Menschen zum Kölner Dom

Dormagener Pastor führt Protestmarsch mit 60 Menschen zum Kölner Dom

Mit einem Protestmarsch zum Kölner Dom haben der Dormaganer Pastor Klaus Koltermann und rund 60 Mitstreiter am Samstag für kirchliche Reformen demonstriert. Mit der Aktion unter dem Motto "Aufbruch nach Köln - für eine Veränderung der Kirche" stellten sich die Teilnehmenden gegen den Umgang von Kardinal Rainer Maria Woelki mit sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln und gegen das Verbot des Papstes, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen, sagte Koltermann dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Aktion wurde von verschiedenen katholischen Laienorganisationen unterstützt, darunter die Frauenprotestorganisation Maria 2.0 und der Frauenverband KFD.

Der katholische Pastor hatte sich am frühen Morgen in Dormagen-Nievenheim auf den Weg gemacht, um am Nachmittag den Kölner Dom zu erreichen. Dort wollte Koltermann eine Menschenkette organisieren.

Anlass für den Protestmarsch am Samstag war dem Pastor zufolge auch das Rücktrittsgesuch des Münchner Kardinals Reinhard Marx. Damit habe "die Kirchenkrise in Deutschland und auch für unser Erzbistum Köln eine neue Dimension erreicht", erklärte Koltermann. Mit seinem Angebot habe Marx "ein sichtbares Zeichen für neue Anfänge, einen neuen Aufbruch der Kirche, nicht nur in Deutschland, gesetzt". Am Donnerstag hatte Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des Münchner Erzbischofs indes abgelehnt.

Der Pastor hatte Ende 2020 für Aufsehen gesorgt, als er Kardinal Woelki in Leserbriefen und in einem Zeitungsartikel scharf kritisierte, weil dieser sich nicht für eigene Fehler im Umgang mit dem Missbrauchsskandal entschuldigt habe. Zunächst hatten dienstrechtliche Konsequenzen für den Dormagener Pastor im Raum gestanden, die das Erzbistum dann aber fallen ließ.