Bedford-Strohm warnt vor Antisemitismus und Islamophobie

Heinrich Bedford-Strohm

© Michael Reichel/dpa

Anlässlich der Grundsteinlegung des Mehrreligionenhauses „House of One“ in Berlin ruft Heinrich Bedford-Strohm zu mehr gegenseitigem Respekt und friedlicher Verständigung auf.

Bedford-Strohm warnt vor Antisemitismus und Islamophobie
Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, ruft anlässlich der Grundsteinlegung des Mehrreligionenhauses "House of One" in Berlin zu mehr gegenseitigem Respekt und friedlicher Verständigung auf. Das Projekt setze gerade jetzt ein wichtiges Zeichen, sagte der Theologe dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Antisemitismus und Islamophobie nehmen zu. Aber sie führen in die Irre, weil sie Hass schüren und potentiell in Gewalt münden."

Der einzig zukunftsfähige Weg für ein friedliches Zusammenleben ist der Weg der Toleranz und des Dialogs", sagte Bedford-Strohm. Es sei kein Verwischen der Unterschiede zwischen den Religionen, sondern es sei der Weg des Umgangs mit diesen Unterschieden, der von Respekt und Wertschätzung geprägt wäre.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, sagte dem RND, "gerade in diesen Zeiten" würden mehr denn je interreligiöse Kooperationen wie das "House of One" benötigt. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, sagte dem RND: "Das Projekt fördert das Gespräch der Religionen miteinander anstatt übereinander." Dieser religiöse Austausch auf Augenhöhe sei derzeit wichtiger denn je.

Das "House of One" soll auf den historischen Fundamenten der einstigen Petrikirche errichtet werden. Die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Kirche wurde zu DDR-Zeiten abgerissen. Unter dem Dach des "House of One" soll es künftig eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee sowie in der Mitte einen Raum der Begegnung als Ort des Dialogs geben. 

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Das Drei-Religionen-Haus "House of One" soll 2024/2025 eröffnet werden. Das aus öffentlichen Zuwendungen und Spenden finanzierte Projekt wird nach bisherigen Schätzungen 47,3 Millionen Euro kosten. Der Bund trägt davon den Angaben zufolge rund 20 Millionen Euro, das Land zehn Millionen Euro. Bislang gebe es noch eine Finanzierungslücke von knapp acht Millionen Euro.