Mehr Kirchenschließungen als Neugründungen in den USA

Kirchenschließungen USA

© ChristinLola/iStockphoto/Getty Images

In den USA werden nach Angaben des evangelikalen Forschungsinstituts Lifeway Research mehr protestantischen Kirchengemeinden geschlossen als neugegründet.

Mehr Kirchenschließungen als Neugründungen in den USA
In den USA übersteigt die Zahl der Schließungen von Gemeinden inzwischen die der Neugründung von Kirchen. Der Anteil der Kirchenmitglieder im Land sank auf unter 50 Prozent.

In den USA werden nach Angaben des evangelikalen Forschungsinstituts Lifeway Research mehr protestantischen Kirchengemeinden geschlossen als neugegründet. Im Jahr 2019 hätten sich rund 4500 protestantische Kirchen aufgelöst, 3000 seien gegründet worden, berichtete Lifeway. Noch 2014 seien rund viertausend Gemeinden gegründet und 3700 geschlossen worden.

Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts hätten sich Kirchen zunehmend darauf konzentriert, schwächelnde Gemeinden zu stärken, erklärte Lifeway-Exekutivdirektor Scott McConnell. Das sei eine erforderliche Antwort auf die "wachsende Notwendigkeit, nicht gesunde Gemeinden zu revitalisieren".

Die Coronavirus-Pandemie habe Versuche erschwert, neue Gemeinden ins Leben zu rufen. Laut Lifeway Research gelingt es neuen Gemeinden eher als etablierten, Menschen ohne kirchliche Bindung anzuziehen. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup berichtete im März 2021, dass in den USA der Anteil der Kirchenmitglieder erstmals unter 50 Prozent gesunken ist.

Mehr zu Vereinigte Staaten, Evangelikale
Theologe Wolfgang Huber
​​​​​​​Der Theologe Wolfgang Huber erhält im November die Luther-Rose 2021. Coronabedingt wird im September der indonesische Unternehmer Tandean Rustandy nachträglich mit dem Preis der Internationalen Martin Luther Stiftung für das Jahr 2020 geehrt.
Konservative Christen sind anfällig für radikales Gedankengut
Die Hamburger Publizistin und Juristin Liane Bednarz sieht einen wachsenden Einfluss radikalen Gedankenguts auf konservative Christinnen und Christen. Anknüpfungspunkte gebe es bei Themen wie Gender, Abtreibung oder Homophobie.