Geläut für Demokratie und Freiheit in Kassel zu Lübckes Todestag

Geläut für Demokratie und Freiheit in Kassel zu Lübckes Todestag

Am 2. Juni jährt sich die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke zum zweiten Mal. Zum Gedenken an den CDU-Politiker werde die Osannaglocke der Martinskirche ab 15 Uhr für zehn Minuten läuten, kündigte der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Kassel-Mitte, Willi Temme, am Montag an. Damit verbunden sei auch eine gesellschaftliche Mahnung. "Die Osanna-Glocke ruft zu Rechtsstaat, Freiheit, Demokratie und innerem Frieden" lautet der Titel, die Temme und der Kasseler Historiker Dietfrid Krause-Vilmar dem Gedenken gegeben haben.

Künftig solle das Geläut jedes Jahr am 2. Juni um 15 Uhr zu hören sein. Damit solle auf die Gefährdungen für die Demokratie und den Rechtsstaat aufmerksam gemacht werden, sagte Krause-Vilmar. Auch der Mord an Halit Yozgat am 6. April 2006 in Kassel durch die rechtsterroristische Vereinigung NSU dürfe nicht in Vergessenheit geraten.

Die Osanna-Glocke ist die größte im Glockenstuhl der Martinskirche. Sie wird bisher einzeln nur am Karfreitag, zum Gedenken an die Zerstörung Kassels 1943 am 22. Oktober und an den Judenpogrom 1938 am 7. November geläutet. Zu hören war sie auch anlässlich Lübckes erstem Todestag.

Walter Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni 2019 auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha von dem Kasseler Rechtsextremisten Stephan Ernst erschossen worden. Ernst wurde im Januar dieses Jahres wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

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