Initiative: "Frühchen brauchen Muttermilch"

Initiative: "Frühchen brauchen Muttermilch"

Die Frauenmilchbank-Initiative (FMBI) ruft zum Aufbau weiterer Milchbanken in Deutschland auf. Milchspenderinnen bewahrten jährlich knapp 200 Frühgeborene bundesweit vor einer oft tödlich verlaufenden Darmerkrankung, teilte die in Hamburg ansässige Initiative am Montag zum Internationalen Tag der Milchspende am 19. Mai mit. Bei vielen Frühgeborenen-Müttern setzt die Milchproduktion erst einige Tage nach der Geburt ein. In ganz Deutschland stehen 213 Frühgeborenen-Abteilungen 33 Milchbanken gegenüber.

Dass Milchbanken jetzt eine Renaissance erfahren, liegt den Angaben zufolge am medizinischen Fortschritt. Früher hätten so kleine Babys selten überlebt. Heute hätten sie dank moderner Intensivmedizin und klassischer Muttermilch gute Chancen, erklärte Longardt: "Ich verteufele die Industrienahrung nicht. Aber für Frühchen hat Muttermilch Vorteile, etwa für die Entwicklung des Immunsystems."

Doch der Aufbau professioneller Stillmilchbanken ist gegenüber der Verwendung von Industrienahrung teuer, wie es weiter hieß. Etwa 90.000 Euro kostet eine mittelgroße Stillmilchbank. Die Kliniken brauchen Arzt- und Pflegepersonal, Gefrierschränke zur Lagerung der Milch, Pasteurisier-Geräte, Milchpumpen und Flaschen. Kommt eine Mutter als Spenderin in Frage, müssen ihr Blut und ihre Milch im Labor auf Keime untersucht werden. Die Krankenkassen beteiligen sich nicht an den Kosten. Für Frühgeborene bekommen die Kliniken eine Fallpauschale.

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