Vorsichtiger Schritt Richtung Normalität in Altenheimen

Vorsichtiger Schritt Richtung Normalität in Altenheimen

© Natacha Pisarenko/AP/dpa

Dass vollständig geimpfte Bewohner:innen untereinander auf das Einhalten der Mindestabstände nun wieder verzichten dürften, sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem normalen Gemeinschaftsleben, meint die Evangelische Altenhilfe in Niedersachsen.

Vorsichtiger Schritt Richtung Normalität in Altenheimen
Evangelische Altenhilfe begrüßt erste Lockerungen
Die Evangelische Altenhilfe in Niedersachsen hat die Entscheidung begrüßt, in den Altenheimen erste Lockerungen der Corona-Maßnahmen zu ermöglichen. Dass vollständig geimpfte Bewohner:innen untereinander auf das Einhalten der Mindestabstände verzichten dürften, sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem normalen Gemeinschaftsleben.

Die Verbandvorsitzende Sabine Weber sagte dem epd: "Wir bekommen sehr viele Anfragen von Angehörigen und den Seniorinnen und Senioren selbst. Sie wollen endlich wieder gemeinsam zu Mittag essen, Bingo spielen und Gottesdienste feiern."

Angesichts der hohen Impfquote unter den Bewohner:innen von 95 bis 98 Prozent halte sie eine vorsichtige und allmähliche Rückkehr zur Normalität für angemessen, sagte Weber. "Seit über einem Jahr muten wir ihnen die Abstandregeln zu. Jetzt ist der Wunsch groß, dass sich etwas ändert." Die alten Menschen seien auf Gemeinschaft und Nähe untereinander angewiesen, betonte die Vorsitzende des Niedersächsischen Evangelischen Verbandes für Altenhilfe und Pflege (Nevap).

Laut einer Handreichung des Landesgesundheitsamtes und des Gesundheitsministeriums vom 19. April können stationäre Pflegeeinrichtungen im Rahmen von Gemeinschaftsaktivitäten auf das Einhalten des Mindestabstands und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verzichten. Bedingung: An den Aktivitäten nehmen nur vollständig geimpfte Bewohner:innen teil. Seit Montag gilt ebenfalls, dass sich vollständig geimpfte Mitarbeitende und Besucher vor dem Betreten der Häuser nicht mehr testen lassen müssen. Das sei eine erhebliche Erleichterung vor allem für die Mitarbeitenden, sagte Weber.

"Wir wollen es nicht übertreiben"

Die Verbandschefin betonte, den Heimen sei nicht daran gelegen, dass sich durch zu weitgehende Lockerungen das Coronavirus erneut ausbreite. "Wir wollen es nicht übertreiben und werden etwa zunächst noch keine Großveranstaltungen zulassen." Engere Kontakte etwa beim Essen würden weiter erst mal nur innerhalb der Wohnbereiche zugelassen. Größere Gottesdienste könnten dann eventuell der zweite Schritt sein. Sie reagierte damit auf Kritik vom Leiter des niedersächsischen Krisenstabes, Heiger Scholz. Der hatte vor weitreichenden Lockerungen in den Pflegeheimen gewarnt. Impfungen schlössen Ansteckungen nicht aus. Es gebe sogar wieder Beispiele für um sich greifende Ausbrüche.

Aus den evangelischen Häusern in Niedersachsen sei ihr derzeit kein größerer Ausbruch bekannt, sagte Weber, die auch die Altenhilfe der Diakonie in der Region Osnabrück leitet. Sie wolle die andauernde Infektionsgefahr auch nicht kleinreden. Allerdings sei bei den bislang aufgetretenen Covid-19-Fällen von Geimpften deutlich geworden, dass die Erkrankung bei ihnen viel leichter verlaufe als bei Nichtgeimpften.

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