Fonds: Corona untergräbt Kampf gegen Aids in Afrika und Asien

Fonds: Corona untergräbt Kampf gegen Aids in Afrika und Asien

Die Corona-Pandemie hat laut Experten den Kampf gegen andere Krankheiten wie Aids, Tuberkulose und Malaria massiv beeinträchtigt. Vor allem in Afrika und Asien sei die Lage besorgniserregend, erklärte der Globale Fonds am Dienstag in Genf. Die Zahl der Todesfälle durch die drei Krankheiten werde im laufenden Jahr deutlich steigen, erklärte die Organisation, die sich auf die Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria spezialisiert hat.

Die Gesundheitssysteme in etlichen Ländern müssten vor dem Zusammenbruch bewahrt werden, forderte der Globale Fonds. Laut einer Untersuchung von April bis September 2020, die in mehr als 500 Gesundheitseinrichtungen in 32 Ländern Afrikas und Asiens stattfand, fiel die Zahl der HIV-Tests um mehr als 40 Prozent. Vergleichszeitraum sei April bis September 2019 gewesen. Behandlungen möglicher Tuberkulose-Patienten und Patientinnen schrumpften um 59 Prozent. Auch die Zahl der Malaria-Diagnosen ging um fast ein Drittel zurück.

Zudem sei ein eklatanter Mangel an medizinischer Ausrüstung im Kampf gegen Covid-19 festgestellt worden. In Afrika und Asien entstanden demnach große Versorgungslücken im Gesundheitswesen, nachdem die Staaten die Grenzen abriegelt und Betriebe und öffentliche Einrichtungen geschlossen haben. Dadurch kam es zu Lieferstörungen. Außerdem hätten die Länder medizinisches Personal und Ressourcen in die Corona-Bekämpfung umgeleitet.

Der Globale Fonds mit Sitz in Genf bekommt seine Mittel vor allem von Regierungen und finanziert damit Projekte zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria in armen Ländern. Im Oktober 2020 sagte die Staatengemeinschaft dem Fonds 14 Milliarden Dollar (11,7 Milliarden Euro) für die drei Jahre von 2020 bis 2022 zu. Deutschland ist einer der größten Geber.

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