Rabbiner Goldschmidt warnt vor Einschränkung von Religionsfreiheit

Rabbiner Goldschmidt warnt vor Einschränkung von Religionsfreiheit

Der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), Pinchas Goldschmidt, hat zum Holocaust-Gedenktag vor politischen Entwicklungen in Europa gewarnt, die die Religionsfreiheit einschränken. Immer mehr Länder seien dabei, "neue Restriktionen gegen die jüdische Gemeinschaft in Europa zu erlassen", erklärte Goldschmidt laut Redemanuskript am Mittwoch bei einer Online-Veranstaltung des Europaparlaments. Goldschmidt bezog sich unter anderem auf Gesetzgebung in den belgischen Regionen Wallonie und Flandern, die zu einem Verbot des koscheren Schächtens führe, und zog eine Parallele zu einem Gesetz der Nationalsozialisten von 1933.

In Island, Skandinavien und Finnland gebe es Bestrebungen von Bürgern für ein Beschneidungsverbot von Kindern, führte Goldschmidt aus, der auch Oberrabbiner von Moskau ist. Auch wenn diese nicht primär auf Juden abzielten, gehörten sie zu den Opfern. "Die Gesetzgebung gegen Religion in Europa muss aufhören!" Die Corona-Pandemie bezeichnete Goldschmidt als größte Herausforderung der Menschheit seit dem Zweiten Weltkrieg. Sie sei auch eine Zeit für Europa, einen neuen Dialog "mit den neuen und alten Religionen in Europa" einzuleiten, hieß es im Manuskript.

In der Rede gedachte der Rabbiner der Opfer der Schoah, darunter seine Urgroßeltern Jacob und Mariam Schwartz aus Ungarn. Er beschrieb, wie sie in einem Viehwaggon im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau angekommen seien. "An einem klaren Sommertag im Mai, hungrig und durstig, verängstigt und beschmutzt von einer dreitägigen Zugfahrt, wurden sie in die Gaskammern geschickt und eingeäschert." Viele der heute 1,6 Millionen Juden in Europa seien Nachfahren von Überlebenden, machte Goldschmidt klar.

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