Malische Streitkräfte melden Tod von Dutzenden Islamisten

Malische Streitkräfte melden Tod von Dutzenden Islamisten

Das malische Militär hat nach eigenen Angaben rund 100 Islamisten getötet. Bei einer gemeinsam mit französischen Truppen ausgeführten Operation gegen Extremisten seien in den vergangenen Tagen zudem etwa 20 Verdächtige festgenommen worden, teilten die Streitkräfte am Dienstagabend in einer Erklärung auf Facebook mit. Im Rahmen der Militäroperation Barkhane gehen malische Truppen und rund 5.100 französische Soldaten gegen verschiedene Terrorgruppen in Westafrika vor.

In Mali kontrollieren seit einem Aufstand 2012 mehrere bewaffnete Gruppen Teile des Landes. Eine Verschlechterung der Sicherheitslage, Vorwürfe der Wahlfälschung und wirtschaftliche Probleme hatten im vergangenen Jahr Massenproteste ausgelöst und zu einem Putsch des Militärs geführt. Am 18. August hatten Soldaten die Regierung von Präsident Ibrahim Boubacar Keïta zum Rücktritt gezwungen und die Macht übernommen. Nach wochenlangen Verhandlungen war eine Übergangsregierung gebildet worden.

Die Militärjunta, die sich als "Nationalkomitee zum Wohl des Volkes" bezeichnete, wurde am Dienstag offiziell aufgelöst. Der Ministerpräsident der Übergangsregierung, Moctar Ouane, unterzeichnete laut einem Bericht des Senders RFI vom Mittwoch ein entsprechendes Dekret und erfüllte damit eine Forderung der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas). Auch nach der Auflösung des "Nationalkomitees" behalten mehrere hochrangige Militärs jedoch ihre Ämter in der Übergangsregierung, die bis zu den geplanten Wahlen im März 2022 an der Macht bleiben soll.

Auslöser der Krise waren ein Putsch und ein Aufstand bewaffneter Gruppen, die 2012 den Norden Malis besetzten. Anfang 2013 griffen französische Truppen ein und drängten die vorwiegend islamistischen Milizen zurück. Zusätzlich ist auch die UN-Mission Minusma, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist, in dem westafrikanischen Land stationiert. Trotz internationaler Truppen kommt es in Mali und den angrenzenden Ländern immer wieder zu Gewalt, zu Anschlägen und Entführungen.

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