Behindertenbeauftragter Dusel warnt vor Ausgrenzung von Minderheiten

Behindertenbeauftragter Dusel warnt vor Ausgrenzung von Minderheiten

Der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, warnt anlässlich des Holocaust-Gedenktags vor Hassreden und einer Verrohung der politischen Auseinandersetzung. Dusel erklärte in einer Videobotschaft, die Sprache sei härter geworden. Positionen stünden sich unversöhnlicher gegenüber. Vor diesem Hintergrund sei das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus besonders wichtig: "Die Pandemie darf uns nicht verstummen lassen", sagte Dusel.

Der Beauftragte erinnerte an die behinderten Menschen, die Opfer der Tötungsaktionen der Nationalsozialisten geworden waren. Der "Aktion T4" fielen über 70.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in Deutschland zum Opfer, den Krankenmorden in der Zeit des Nationalsozialismus europaweit über 200.000 Menschen. Darüber hinaus wurden ungefähr 400.000 Menschen zwangssterilisiert.

Die Arbeit an der Erinnerung sei auch Arbeit für die Demokratie und ihre Werte, sagte Dusel. Es sei wichtig, diejenigen zu benennen, die wieder angefangen hätten, Menschen und Menschengruppen verächtlich zu machen und versuchten, sie an den Rand der Gesellschaft zu drängen. Es erfülle ihn mit großer Besorgnis, so der Behindertenbeauftragte, wenn Menschen sich von der Demokratie abwendeten und in Krisen wie der Corona-Pandemie den Kräften hinterherliefen, die scheinbar einfache Antworten auf schwierige Fragen geben.

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