Jüdischer Weltkongress: Verschwörungsmythen wirken wie Drogen

Jüdischer Weltkongress: Verschwörungsmythen wirken wie Drogen

Der Vizepräsident des Jüdischen Weltkongresses, Maram Stern, hat Verschwörungsmythen mit Drogen verglichen. "Ihre Konsumenten wollen immer mehr davon haben, und es muss immer härter werden", schreibt Stern in einem Gastbeitrag in der "Berliner Morgenpost" (Sonntag).

Verschwörungsmythen knüpften an tatsächliche oder auch nur vermeintliche Missstände an. Sie konstruierten ein System aus Feindbildern, "in das sich nach Belieben von Georg Soros oder Bill Gates bis zum Polizeibeamten auf der Straße oder dem eigenen Nachbarn jeder und jede einordnen lässt". Aus der eingebildeten Übermacht und Bedrohlichkeit dieser Sündenböcke werde dann das Recht abgeleitet, "Regeln zu missachten, Gesetze zu brechen und auch gewalttätig zu werden".

Mit Blick auf den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar bezeichnete Stern es als besonders widerlich, wenn sich Corona-Leugner auf Demonstrationen mit Holocaust-Opfern verglichen. "Obwohl man Seite an Seite mit bekannten Neonazis marschiert behauptet man, sich im Kampf gegen eine neue Nazi-Diktatur zu befinden." Der Vergleich mit Sophie Scholl oder Anne Frank stelle eine Anmaßung dar, die jegliche reflektierte Distanz vermissen lasse und zugleich die historischen Ereignisse relativiere. Dabei dann den Judenstern zu tragen, sei der Inbegriff von Empathielosigkeit, Verblendung und Zynismus gegenüber den wirklichen Holocaust-Opfern, schreibt Stern.

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