Misereor fordert internationales Handeln in Corona-Lage in Afrika

Misereor fordert internationales Handeln in Corona-Lage in Afrika

Das katholische Hilfswerk Misereor warnt vor einer steigenden Corona-Gefahr auf dem afrikanischen Kontinent. Während unter anderem in Europa und den USA die Corona-Schutzimpfungen angelaufen seien, nehme das Infektionsgeschehen in Afrika nach vergleichsweise mildem Beginn stark zu, teilte Misereor am Freitag in Aachen mit. Zahlen der Afrikanischen Union zufolge wurden inzwischen 3,3 Millionen Corona-Infektionen erfasst, fast 82.000 Menschen starben an deren Folgen. Außer auf den Seychellen und in Guinea werde auf dem Kontinent bislang nirgendwo Impfstoff gegen Corona verabreicht.

Besonders dramatisch sei die Situation derzeit in Südafrika. Dort hätten sich mittlerweile rund 1,37 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, hieß es. Die Intensivstationen seien überfüllt, Menschen mit anderen lebensbedrohlichen Krankheiten außer Corona könnten teilweise nicht mehr behandelt werden.

Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel erneuerte derweil seine Forderung nach mehr Impfgerechtigkeit sowie einer fairen und flächendeckenden Verteilung der Vakzine. "Die Armgemachten und Verletzlichsten müssen dabei eine Priorität haben", sagte er. Die Regierungen sollten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darin stärken, globale Impfprogramme zu koordinieren und wissenschaftlich zu begleiten sowie Forschungs- und Produktionskapazitäten auch in Afrika aufzubauen. Impfstoff-Hersteller könnten zudem vorübergehend auf Patenteinnahmen verzichten und einen Teil der Gewinne der Covax-Initiative der WHO zur Verfügung stellen, mit der flächendeckende Impfungen rasch ermöglicht werden sollen.

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