UN beklagen Morde in größtem syrischen Flüchtlingscamp

UN beklagen Morde in größtem syrischen Flüchtlingscamp

Die Vereinten Nationen haben sich bestürzt über tödliche Gewalt im größten Flüchtlingscamp in Syrien geäußert. Zwischen dem 1. und 16. Januar seien Berichte über Morde an 12 syrischen und irakischen Bewohnern des Lagers Al Hol eingetroffen, teilte ein Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Freitag in Genf mit. Unter den Opfern sei eine irakische Frau.

Zudem sei ein Mensch verletzt worden, erklärte der Sprecher. Nähere Angaben zu den Opfern und zu möglichen Tätern machte er nicht. Es sei nicht nur der Verlust von Menschenleben zu beklagen, die Gewalt gefährde auch eine reibungslose Lieferung humanitärer Güter in das Camp im Nordosten Syriens. In Al Hol leben den Angaben nach knapp 62.000 Geflohene. Mehr als 80 Prozent der Bewohner Al Hols seien Frauen und Kinder, die dort Schutz und Hilfe suchten.

Die Menschen sind vor der Gewalt des seit fast zehn Jahren dauernden syrischen Bürgerkriegs geflüchtet. Andere Bewohner stammen aus dem Irak. Dort herrscht seit der US-geführten Invasion 2003 Gewalt und Chaos. Die Extremistenmiliz Islamischer Staat hatte große Teile des Landes eingenommen und die Bewohner terrorisiert.

Am Montag kommender Woche soll sich nach UN-Angaben erneut das Verfassungskomitee für Syrien in Genf treffen. Das Komitee besteht aus Vertretern des Regimes des Präsidenten Baschar al-Assad, Oppositionellen und Repräsentanten der Zivilgesellschaft. Ziel ist die Ausarbeitung eines Grundgesetzes. Allerdings erzielte das Komitee bei den vergangenen Sitzungen keine konkreten Resultate. Der UN-Sicherheitsrat hatte in einer Resolution im Jahr 2015 die Bildung eines solchen Komitees als Teil einer umfassenden friedlichen Lösung für den Syrien-Konflikt festgeschrieben.

Meldungen

Top Meldung
 Das deutsche Rettungsschiff "Sea-Watch 4" im Hafen von Palermo.
Das Rettungsschiff "Sea-Watch 4" kann den Hafen von Palermo nach sechs Monaten wieder verlassen. Das Verwaltungsgericht der italienischen Stadt hob die Blockade des Schiffs bis zu einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) auf.