Wittekindshof: Landesregierung kündigt lückenlose Aufklärung an

Wittekindshof: Landesregierung kündigt lückenlose Aufklärung an

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat eine lückenlose Aufklärung zu möglichen Misshandlungen von Patienten der Diakonischen Stiftung Wittekindshof angekündigt. Dazu sei unter anderem der Einsatz einer unabhängigen Experten-Kommission geplant, die die Vorgänge in der Behinderteneinrichtung aufarbeiten solle, kündigte das NRW-Sozialministerium am Mittwochabend vor dem Sozialausschuss des Düsseldorfer Landtags an.

In der Stiftung Wittekindshof ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen 145 Beschuldigte, denen Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wird, darunter gegen den ehemaligen Leiter eines Geschäftsbereichs. In der Einrichtung in Bad Salzuflen werden Menschen mit geistiger Behinderung und zusätzlichen schweren psychischen Störungen oder massiv herausforderndem Verhalten betreut. Die Beschuldigten sollen behinderte Menschen eingesperrt oder fixiert haben, ohne dass ein richterlicher Beschluss vorlag. Es gibt auch Hinweise auf Schläge, Tritte und den Einsatz von CS-Gas. Bislang identifizierten die Ermittler 32 mutmaßlich Geschädigte.

Die 1887 gegründete Stiftung Wittekindshof mit Sitz in Bad Oeynhausen unterstützt nach eigenen Angaben jährlich rund 5.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Beeinträchtigungen. Der Bereich "Heilpädagogische Intensivbetreuung" richtet sich an Menschen mit einer geistigen Behinderung und zusätzlichen schweren psychischen Störungen.

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