Menschenrechtler prangern türkische Kriegsverbrechen in Nordsyrien an

Menschenrechtler prangern türkische Kriegsverbrechen in Nordsyrien an

Drei Jahre nach Beginn der Invasion der nordsyrischen kurdischen Region Afrin durch türkische Truppen am 20. Januar 2018 hat die Gesellschaft für bedrohte Völker zahlreiche Menschenrechtsverletzungen in der Region und Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung angeprangert. So seien im vergangenen Jahr mindestens 58 Zivilisten durch türkische Besatzungstruppen und die von ihnen unterstützten syrischen Söldner ermordet worden, berichtete die in Göttingen ansässige Menschenrechtsorganisation am Montag. An die tausend Menschen seien entführt worden.

Auch die Natur und die Geschichte Afrins würden immer stärker in Mitleidenschaft gezogen, sagte der Nahostexperte der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido. Allein 2020 seien 50 historische Stätten beschädigt, 72.000 Olivenbäume gefällt und 250 Häuser von islamistischen Milizen beschlagnahmt worden. Auch die Raubzüge und Kämpfe zwischen den islamistischen Milizen dauerten an: Bei 39 Explosionen in Afrin seien 170 Menschen zu Schaden gekommen, viele von ihnen seien getötet worden.

Hinzu kämen zahlreiche Angriffe auf die kurdische Kultur und Sprache. Ortschaften trügen plötzlich türkische oder arabische Namen. Die kurdische Sprache werde bedrängt und den Menschen die türkische aufgezwungen.

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