Corona: Bund und Länder beraten nächste Woche weiteres Vorgehen

Corona: Bund und Länder beraten nächste Woche weiteres Vorgehen
Bund und Länder ziehen ihre Beratung über weitere Corona-Maßnahmen vor. Am Dienstag könnte es weitere Verschärfungen geben. Bundespräsident, Arbeitgeber und Gewerkschaften appellieren, wo immer möglich zu Hause zu arbeiten.

Angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen und der Sorge um die Verbreitung mutierter Virusvarianten wollen Bund und Länder schon in der kommenden Woche über weitere Maßnahmen beraten. Wie der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Freitag in Berlin mitteilte, ist das Treffen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten für Dienstagnachmittag geplant. Er sprach von der Notwendigkeit, Kontakte weiter zu reduzieren. Damit stehen weitere Verschärfungen im Raum, konkrete Maßnahmen wurden aber nicht genannt.

Ursprünglich waren die Beratungen für den 25. Januar vorgesehen. Zuletzt trafen sich die Regierungschefinnen und -chefs in der vergangenen Woche und beschlossen eine Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns bis Ende Januar. Momentan gilt, dass jeder Haushalt sich nur mit einer weiteren Person treffen kann. Weite Teile des öffentlichen Lebens stehen weiter still, Geschäfte und Restaurants sind geschlossen.

Mithilfe der einschneidenden Maßnahmen habe man es zwar geschafft, dass sich die Ansteckungszahlen auf einem Plateau bewegen, sagte Seibert. Die Zahl der Neuinfektionen sei aber weiterhin viel zu hoch. Dem angestrebten Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche nähere man sich nur langsam. Am Freitag überstieg die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie die Marke von zwei Millionen. Das Robert Koch-Institut meldete mehr als 22.000 Neuinfektionen und eine Inzidenz von 146,1.

Dazu kommt Seibert zufolge das Risiko der Verbreitung von Virusmutationen. Am Donnerstag äußerte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, die Sorge, dass sich die Mutationen aus Großbritannien und Südafrika auch hierzulande durchsetzen und sich die aktuelle Pandemie-Lage verschlimmert.

Um Kontakte zu vermeiden, forderten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Spitzen von Arbeitgebern und Gewerkschaften gemeinsam zu mehr Arbeit im Homeoffice auf. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger und der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann forderten Unternehmen auf, Homeoffice anzubieten, und Beschäftigte, dies auch zu nutzen. Steinmeier sagte: "Gehen Sie nicht ins Büro, wenn Sie nicht zwingend müssen." Jede vermiedene Fahrt im Bus oder in der S-Bahn helfe, das Infektionsrisiko zu reduzieren.

Auch die Bundesregierung wünscht sich Seibert zufolge weniger Kontakte im öffentlichen Personennahverkehr. Er widersprach aber Berichten, wonach überlegt werde, ihn einzustellen. Rechtliche Vorgaben zum Homeoffice gibt es bislang nicht.

Der Epidemiologe Dirk Brockmann von der Berliner Humboldt-Universität plädierte im RBB dafür, die Mobilität stärker einzugrenzen. Trotz des Lockdowns gebe es in Großstädten wie Berlin morgens und abends den Berufsverkehr, Menschen seien im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs zur Arbeit und ins Büro.

Welche Maßnahmen Bund und Länder konkret noch anwenden könnten, blieb am Freitag offen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte im "Morgenmagazin" des ZDF: "Es wäre zu früh zu sagen, um was es geht."

Derweil stiegt laut dem am Freitag veröffentlichen "Politbarometer" des ZDF die Impfbereitschaft in Deutschland. Aktuell geben demnach 67 Prozent der Menschen an, dass sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. Ende November waren es noch 51 Prozent. Zehn Prozent lehnen derzeit eine Impfung ab.

epd co/bm/lob/kfr fu

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