Kirchen in Mitteldeutschland droht Pfarrermangel

Pfarrernachwuchs in Mitteldeutschland gesucht

©Sandra Schildwächter

Im kommenden Jahrzehnt ist mit einer Verdoppelung der Ruhestandseintritte von Pfarrer:innen in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland zu rechnen.

Kirchen in Mitteldeutschland droht Pfarrermangel
In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) droht ein Mangel an Pfarrerinnen und Pfarrern. Im kommenden Jahrzehnt sei mit einer Verdoppelung der Ruhestandseintritte zu rechnen, sagte Landesbischof Friedrich Kramer am Mittwoch in Erfurt.

Der Höhepunkt dieser Entwicklung, der alle Landeskirchen betreffe, sei 2030 zu erwarten, so Kramer. Dann gingen über 50 der aktuell noch etwas über 900 eigenen Geistlichen in Pension. Erschwert werde die Lage auf dem Gebiet der EKM - vorrangig Regionen in Sachsen-Anhalt und in Thüringen - durch den Bevölkerungsrückgang. Dadurch stünden künftig auch weniger junge Menschen für die Aufnahme in den Pfarrberuf zur Verfügung, erklärte der Personaldezernent der Landeskirche, Michael Lehmann. Dies gelte für alle kirchlichen Berufe - von der Kirchenmusik bis zur Verwaltung.

Die Vielfalt der Verkündigungsdienste von Pfarrberuf über Kirchenmusik und Gemeindepädagogik bis hin zur Diakonie nannte Lehmann "einen Schatz". Dieser solle durch Kooperation in multiprofessionellen Teams erhalten werden. Ziel sei, in der EKM "jetzt und künftig die christliche Botschaft zeitgemäß und milieusensibel unter die Leute zu bringen".

Zur Nachwuchsgewinnung schlug er eine verbesserte Pflege der Kontakte zu den Studierenden der Theologie vor. Ihnen sollten vermehrt Angebote der Seelsorge, Hilfe bei Gemeindepraktika und bei der Stipendiatenbetreuung unterbreitet werden. Ein Mittel der Wahl sieht Lehmann zudem in den attraktiven Wohnmöglichkeiten in den vier Konvikten mit ihren etwa 200 Wohnheimplätzen an den Universitätsstandorten Halle und Jena.

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