Patientenschützer: Bundeswehr soll Heimen bei Schnelltestung helfen

Patientenschützer: Bundeswehr soll Heimen bei Schnelltestung helfen
Bundeswehr: Soldaten sind bereits in Heimen unterstützend tätig
Immer mehr Pflegeheime setzen auf Corona-Schnelltests, doch fehlt oft qualifiziertes Personal dafür. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert deshalb Unterstützung durch die Bundeswehr. Die gibt es bisher nur vereinzelt.

Angesichts anhaltender Corona-Massenausbrüche in Pflege- und Altenheimen fordern Patientenschützer eine rasche personelle Unterstützung der Heime bei der Schnelltestung. Bundeswehr und Katastrophenschutz müssten sofort Kräfte schicken, um zu helfen, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag). Die Bemühungen von Bund und Ländern seien völlig ungenügend. Das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin teilte mit, es seien bereits Soldaten im Einsatz.

Die Ansteckungen in Heimen müssten gestoppt werden, sonst werde es für viele Heimbewohner zu spät, warnte der Patientenschützer. "Die Impfstoffverheißung klingt für sie wie ein höhnischer Ruf an Ertrinkende, man werde ihnen in drei Monaten den Rettungsring zuwerfen", sagte Brysch. Es werde Monate dauern, bis Heimbewohner, Pflegebedürftige zu Hause und Pflegekräfte durchgeimpft seien. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nehme "die Vereinsamung zu Weihnachten in Kauf".

Auch die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) forderte dringend mehr Unterstützung. "Bund, Länder und Gesundheitsämter sind gleichermaßen gefragt, für schnelle Entlastung der Heime zu sorgen, denn dank Schnelltestung wären viel mehr Normalität und Sicherheit möglich", sagte DGKH-Vorstandssprecher Peter Walger der Zeitung. Tausende Freiwillige hätten sich gemeldet, um beim Aufbau der Impfzentren mitzuhelfen. Eine vergleichbare Aktion könne auch für den Schutz von Pflegeeinrichtungen organisiert werden, sagte Walger.

Das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), Soldaten unterstützten bereits mit Abstrichteams die Gesundheitsämter, in deren Verantwortung auch die Pflegeeinrichtungen lägen. "Weiterhin entlastet die Bundeswehr in Alten- und Pflegeheimen mit 250 Soldaten des sanitätsdienstlichem Fachpersonals die originären Pflegekräfte."

Grundsätzlich sei es möglich, die Truppe zu Hilfsdiensten zu nutzen. Dafür müsse ein entsprechender Antrag durch eine Behörde gestellt werden, hieß es auf Anfrage. Dann entscheide das Kommando Territoriale Aufgaben "im Einzelfall über die rechtliche Möglichkeit einer Unterstützung". Bereits seit Sommer unterstützte die Bundeswehr in Testzentren der Bundesländer etwa an Autobahnen, Flughäfen sowie Bahnhöfen.

epd mih/db fu

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