Kirche stellt sich in "leichter Sprache" vor

Infomaterial Leichte Sprache

© Sven Hoppe/dpa

Leichte Sprache soll Menschen mit einer geistigen Behinderung helfen, Texte besser zu verstehen.

Kirche stellt sich in "leichter Sprache" vor
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) stellt sich anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember in "leichter Sprache" vor.

Die Sonderseiten auf der Homepage erklärten wichtige Glaubensinhalte auf einfache Art, teilte die EKHN am Mittwoch in Darmstadt mit. Dadurch könnten Menschen mit Lernbeeinträchtigungen oder geringen Deutschkenntnissen sich über die Kirche und ihre wichtigsten Dienste wie Taufe, Konfirmation, Trauung oder Bestattung informieren.

"Menschen mit Lernschwierigkeiten erfassen Inhalte besonders gut, wenn Bilder und Illustrationen den Sinn zusätzlich verdeutlichen", erklärt Pfarrer Raimar Kremer vom Zentrum Seelsorge und Beratung der EKHN, der das Projekt initiiert hat. Deshalb illustriert ein Bild jeden Absatz, der jeweils mit leicht verständlichen Worten und kurzen Sätzen formuliert wurde. Die weiteren Inhalte klären über die Kirche, ihren Aufbau und den protestantischen Glauben auf. Zur Coronakrise lassen sich außerdem prägnante Hinweise zu Hygienemaßnahmen im Gottesdienst finden.

"Als Kirche gehört es zu unseren zentralen Aufgaben, Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dazu gehören auch digitale Bildungs- und Glaubensangebote", betont Kremer. Die Kirche wolle die digitale Barrierefreiheit mit weiteren Maßnahmen vorantreiben so der Pfarrer. Dabei habe die EKHN Vernetzungsmöglichkeiten im Blick, so stellt beispielsweise auch die Badische Kirche "Leichte Sprache für die Gemeindearbeit" zur Verfügung, die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ebenfalls zentrale Texte veröffentlicht.

Mehr zu Inklusion
Inklusiver Gottesdienst
Viele Gottesdienste, die in den evangelischen Kirchen gefeiert werden, sind vermutlich nicht inklusiv. Felix Weise, Vikar der württembergischen Landeskirche, gibt 11 Tipps, wie der Gottesdienst auch in Ihrer Gemeinde inklusiver werden kann.
Statt versprochener Inklusion schaffen die Amazon Studios das Gegenteil. Neue Richtlinien schreiben die Exklusion von Schauspieler:innen wegen ihrer sexuellen Orientierung fort.